Iran hält indischen Tanker in der Straße von Hormus fest
Ein unter indischer Flagge fahrender Tanker ist in der Straße von Hormus von iranischen Kräften angehalten worden. Über die Gründe der Festsetzung liegen bislang keine Angaben vor.
Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur wurde der Tanker „Haana“ auf der südlichen Route durch die Straße von Hormus, auch als Oman-Korridor bekannt, gestoppt. Dem Schiff sei zuvor eine Warnung zugegangen, anzuhalten. Die genauen Umstände der Festsetzung sowie mögliche Hintergründe wurden bislang nicht mitgeteilt.
Die südliche Durchfahrtsroute gilt als eine der wichtigsten Öltransportwege weltweit. Etwa ein Fünftel des globalen Ölverkehrs passiert die Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Zwischenfälle in dieser Region können erhebliche Auswirkungen auf internationale Lieferketten und Energiepreise haben.
Wie eine iranische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Kreise der dortigen Schifffahrtsüberwachung meldet, wurde auf der südlichen Route der Straße von Hormus in den vergangenen 24 Stunden kein Schiffsverkehr registriert. Ob dies im Zusammenhang mit der Festsetzung des Tankers steht, blieb zunächst unklar.
Die Straße von Hormus war in der Vergangenheit wiederholt Schauplatz von Spannungen. Teheran hatte in früheren Konflikten wiederholt die Möglichkeit einer Blockade der Meerenge ins Gespräch gebracht. Zugleich kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit Tankern, die von beiden Seiten mit unterschiedlichen Begründungen für die jeweiligen Maßnahmen verantwortlich gemacht werden.
Die indische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell zu dem Vorfall. Indien zählt zu den größten Abnehmern von Öl aus der Region und unterhält gleichzeitig traditionell enge Beziehungen zum Iran. Eine längerfristige Behinderung des Schiffsverkehrs könnte für beide Staaten wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen.