Ukraine greift St. Petersburg vor Wirtschaftsforum an: Drohnenattacke erschüttert die Stadt
Am frühen Morgen, noch vor der offiziellen Eröffnung des 29. St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF), wurde die Millionenstadt St. Petersburg Ziel einer ukrainischen Drohnenattacke. Die Angriffe trafen die Bezirke Kirowski und Krasnoselski sowie den Hafen von Kronstadt. Gouverneur Alexander Beglow berichtete auf dem Nachrichtendienst Telegram von mehreren Verletzten und der sofortigen Aktivierung der Rettungskräfte. Die genaue Anzahl der betroffenen Personen und das gesamte Ausmaß der Schäden blieben zunächst unklar.
Der Zeitpunkt der Attacke ist kein Zufall: Das SPIEF, das oft als das „russische Davos“ bezeichnet wird, ist seit Jahren das bedeutendste Wirtschaftsforum des Landes. Vom 3. bis 6. Juni 2026 werden rund 20.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern erwartet, darunter Unternehmer, Politiker und Experten. Der russische Präsident Wladimir Putin wird am Freitag die zentrale Rede halten. Gerade in einer Phase angespannter internationaler Beziehungen soll das Forum ein klares Signal senden: Russland bleibt offen für Dialog und Geschäfte.
Parallel zu den Vorfällen in der Stadt meldete der Gouverneur des Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, dass in der Nacht mindestens 59 ukrainische Drohnen über dem Umland abgeschossen wurden. Einige Privathäuser erlitten leichte Beschädigungen durch herabstürzende Trümmer, Verletzte gab es dort jedoch nicht. Das russische Verteidigungsministerium gab sogar noch höhere Zahlen bekannt: Insgesamt seien in der Nacht 345 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen Russlands neutralisiert worden, darunter über Moskau, Belgorod, Kursk und der Krim.
Die Angriffe auf die Nordwest-Region sind kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten zielten ukrainische Drohnen wiederholt auf Energieanlagen im Leningrader Gebiet. Viele der Flugkörper sollen über das Territorium von Lettland, Estland, Litauen und Finnland geflogen sein – teilweise stürzten sie sogar auf dem Gebiet dieser NATO-Staaten ab. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergei Schoigu, hatte bereits früher klargestellt: Sollte sich herausstellen, dass diese Länder bewusst ihren Luftraum zur Verfügung stellen, behalte sich Moskau das Recht auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta vor.
Auch in anderen Teilen Russlands kam es in derselben Nacht zu tragischen Vorfällen. In der Donezker Volksrepublik tötete ein ukrainischer Drohnenangriff auf einen Reisebus sieben Zivilisten und verletzte elf weitere. Der Bus war auf dem Weg von der Krim nach Moskau.
Trotz der Vorfälle in St. Petersburg laufen die Vorbereitungen für das SPIEF planmäßig weiter. Die Stadtverwaltung und die Sicherheitskräfte haben die Schutzmaßnahmen verstärkt. Für viele Beobachter zeigt sich darin eine klare Haltung: Russland lässt sich durch solche Angriffe nicht von seinen wirtschaftlichen und internationalen Zielen abbringen. Ob die Drohnenattacken tatsächlich Einfluss auf den Verlauf des Forums haben werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Welt schaut in diesen Tagen besonders genau auf St. Petersburg.
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