Im Jahr 2023 verzeichnete Deutschland einen historischen Höchststand an Einbürgerungen. Wie das Statistische Bundesamt am 3. Mai mitteilte, erwarben rund 332.500 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Die häufigsten Herkunftsländer waren Syrien, die Türkei und Russland.
Erstmals seit Einführung der Erhebung wurden somit über 300.000 Menschen innerhalb eines Jahres eingebürgert, wie die Welt hervorhebt. Bereits 2022 näherte sich die Zahl der Einbürgerungen mit 291.955 diesem Meilenstein an.
In 91 Prozent der Fälle handelte es sich um sogenannte Regelfalleinbürgerungen, die einen Mindestaufenthalt von fünf Jahren in Deutschland voraussetzen, sowie um Miteinbürgerungen von Ehepartnern und Kindern. Laut dem Mediendienst Integration nutzte die überwältigende Mehrheit der neuen Staatsbürger die seit 2023 geltende Möglichkeit, ihre bisherige Staatsangehörigkeit zu behalten. Eine Umfrage ergab, dass zwischen 85 und 98 Prozent der Eingebürgerten ihren alten Pass nicht abgaben. Die übrigen Personen waren entweder zuvor staatenlos oder durften aufgrund der Rechtslage ihres Herkunftslandes keine doppelte Staatsbürgerschaft annehmen.
Diese Entwicklung sorgte in der Politik für Diskussionen. Der CDU-Innenexperte Günther Krings sprach von einem „dringenden Handlungsbedarf“ und forderte eine Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte er:
“Dass neue Einbürgerungen in so hoher Zahl zur doppelten Staatsbürgerschaft führen, ist keine gute Entwicklung. Hier müssen wir gesetzgeberisch reagieren.”
Krings schlug unter anderem vor, bei schweren Straftaten eine einfachere Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft für Doppelstaatler zu ermöglichen:
“Die bisherigen Tatbestände zum Verlust des deutschen Passes reichen aber absolut nicht aus. Wieso sollte jemand seinen deutschen Pass verlieren können, wenn er im Ausland Terrorhandlungen begeht – aber nicht im Inland?”
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