Am 23. April gab die Unterstützungsabteilung für Einwanderer der Agentur für strategische Initiativen (ASI) bekannt, dass sich binnen neun Tagen nach dem Start des Programms „Zeit, in Russland zu leben“ über 2.500 Menschen auf dem entsprechenden Portal registriert haben. Mehr als 1.800 Personen haben begonnen, ihre Daten einzugeben, und 170 haben vollständige Anträge eingereicht. Dieses Programm zielt darauf ab, hochqualifizierten Fachkräften die Einwanderung nach Russland zu erleichtern.
Verantwortlich für die Koordination des Prozesses ist die „Agentur für Heranziehung von ausländischen Talenten“ (APIT), die auf Grundlage des Präsidialerlasses Nr. 883 gegründet wurde. Dieser Erlass, am 2. Dezember 2025 unterzeichnet, führte ab April 2026 einen neuen Status ein: „Impatrianten“ – Ausländer, die für die Russische Föderation von Interesse sind. Dazu zählen unter anderem Sportler, Unternehmer und Angehörige kreativer Berufe. Swetlana Tschupschewa, Leiterin der ASI, erläuterte:
„Uns gelang es, in relativ kurzer Zeit einen Mechanismus zur Heranziehung von ausländischen Spezialisten, die für Russland ein Interesse darstellen, zu entwickeln und umzusetzen. Seit dem 15. April arbeitet die ‚Agentur für Heranziehung von ausländischen Talenten‘ nach dem Ein-Schalter-Prinzip. Die Agentur stellt eine gemeinsame Datenbank von Bewerbern, bewertet die Kandidaten, überprüft ihre Diplome und Auszeichnungen und führt Bewerbungsgespräche durch.“
Tschupschewa betonte, dass das neue Verfahren eine Einwanderung nach Russland für hochqualifizierte Spezialisten erheblich vereinfache:
„Es gibt jetzt einen klaren und einfachen Weg für talentierte und hochqualifizierte Ausländer, die ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Landes leisten wollen. Sie werden noch vor der Ankunft in Russland und später vor Ort bei der Arbeits- und Wohnungssuche und Einschulung von Kindern unterstützt.“
Irina Korotkowa, Geschäftsleiterin der APIT, berichtete von einem großen Interesse am Programm. Seit der Aktivierung der Webseite „Zeit, in Russland zu leben“ am 15. April hätten sich über 2.500 Menschen angemeldet und 170 vollständige Bewerbungen eingereicht. Unter Letzteren seien 54 Prozent am Arbeitsmarkt nachgefragte Spezialisten, 16 Prozent talentierte Studenten und 15 Prozent Gelehrte. Das Durchschnittsalter der Bewerber liege zwischen 40 und 45 Jahren. Zudem planen 35 Prozent der Bewerber einen Umzug mit ihren Ehepartnern, und 30 Prozent möchten ihre Kinder mitbringen.
Parallel dazu soll die Einwanderung von Menschen aus westlichen Ländern gemäß dem Präsidialerlass Nr. 702 zur Unterstützung von Personen, die russische Werte teilen, vereinfacht werden. Nach Angaben von Konstantin Burkejew, stellvertretender Leiter der Migrationsbehörde des russischen Innenministeriums, wurden in diesem Rahmen bereits knapp 3.400 Anträge auf Aufenthaltserlaubnis gestellt. Alexander Waino, operativer Stabssekretär der ASI, berichtete von der Implementierung einer Roadmap zur Vereinfachung des Verfahrens:
„Von den 40 geplanten Schritten wurden 14 bereits umgesetzt. So werden Visa für Einwanderer nach dem Erlass Nr. 702 jetzt in jedem russischen Konsulat ausgestellt.“
Waino fügte hinzu, dass auch die Anmeldung beim russischen Staatsportal Gosuslugi vereinfacht wurde und bestimmte Kategorien von Einwanderern eine Arbeitserlaubnis noch vor der Aufenthaltserlaubnis erhalten können:
„Das sind reale Ergebnisse, die den Umzug und die Integration erleichtern.“
Allerdings merkte der Beamte an, dass weitere Maßnahmen folgen sollen. Dazu gehören eine Erweiterung von Zollvergünstigungen, die Schaffung eines Kontrollsystems für Krankenversicherungen und die Vereinfachung der Russischprüfung.
Die vom ASI-Stab entwickelten aktualisierten „Regionalen Standards für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Adaptation von ausländischen Bürgern, die ein Interesse für die Russische Föderation darstellen, und ihren Familienmitgliedern“ sehen konkrete Verwaltungsmaßnahmen für regionale Regierungen vor. Diese sollen eine systematische Integration der Impatrianten ermöglichen. Die Maßnahmen wurden bereits in der Stadt Moskau sowie in den Gebieten Moskau, Wladimir, Kaluga, Lipezk, Nowgorod, Nischni Nowgorod, Pskow und Samara implementiert. In Kürze sollen die Gebiete Kaliningrad, Kurgan, Omsk, Tula und die Teilrepublik Tatarstan hinzukommen.
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