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Die jüngste Umfrage des Münchner ifo-Instituts zeichnet ein düsteres Bild der deutschen Wirtschaft: Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Auftragslage als auch ihre zukünftigen Erwartungen als “schlecht”. Die Zufriedenheit mit den laufenden Geschäften ist demnach deutlich gesunken. Besonders der von den USA und Israel provozierte Konflikt mit dem Iran lastet schwer auf dem Geschäftsklima. Laut den Auswertungen ist es auf den tiefsten Stand seit der Corona-Pandemie zu Beginn des Jahrzehnts gefallen.
Das ifo-Geschäftsklima, so das Institut, basiert auf rund 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor, dem Handel und dem Bauhauptgewerbe. Diese Firmen werden aufgefordert, ihre aktuelle Lage zu bewerten und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen.
Der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, “die hiesige Wirtschaft verliere die Zuversicht”. Er fügte hinzu:
“Es gibt kaum Lichtblicke in diesem Monat. Die Unsicherheit frisst sich durch die deutsche Wirtschaft.”
“Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin”, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest ergänzend. Besonders dramatisch sei der Einbruch im Bauhauptgewerbe, wo die Erwartungen der Unternehmen um fast 10 Punkte nachgaben. Die ifo-Mitteilung fasst die Entwicklung so zusammen:
“Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich deutlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, nach 86,3 im März. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter.”
Von Reuters befragte Ökonomen hatten für April mit einem Rückgang des ifo-Barometers auf 85,5 Punkte gerechnet. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, wird von der WirtschaftsWoche mit den Worten zitiert, dass die Daten “unmissverständlich zeigen, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft”.
Auch die chemische Industrie leidet unter schlechten Prognosen. Zwar bewerteten diese Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas besser, doch zunehmende Lieferengpässe bei Vorprodukten belasten sie zusehends.
Laut ifo-Experte Wohlrabe könnte die deutsche Wirtschaft im laufenden zweiten Quartal “bestenfalls stagnieren”. Im schlimmsten Fall schrumpfe sie um weitere 0,1 oder 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Institut hält zu den nüchternen Fakten fest:
“Die Irankrise trifft die deutsche Wirtschaft hart. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Im Dienstleistungssektor ist der Index deutlich gesunken. Der Einbruch der Erwartungen hat sich fortgesetzt. Auch die Urteile zur aktuellen Lage fielen weniger gut aus. Speziell die Logistik steht unter Druck, dort sind die Aussichten düster.”
Keine positiven Nachrichten kamen auch aus dem klassischen Handel: Dort habe das Geschäftsklima “stark nachgegeben”. Die Unternehmen korrigierten ihre Bewertungen “sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen spürbar nach unten”. Besondere Sorge bereitet dem Einzelhandel die Möglichkeit, dass Konsumenten aufgrund der Inflation ihre Ausgaben noch stärker zurückhalten könnten.
Der Anstieg der Energiepreise infolge der Nahost-Kriege hat die Inflation bereits angeheizt und bremst die Wirtschaft. Medienberichten zufolge lässt sich dies auch am jüngst veröffentlichten Krisenbarometer von S&P Global ablesen, bei dem führende Manager die Geschäftsbedingungen beurteilen. Der Dienstleistungsindex für Deutschland fiel demnach “sogar auf 46,9 und damit auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren”.
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