FSB vereitelt Kiews tödlichen Anschlag auf Russlands Kommunikationsaufsicht

Am 24. April gab der russische Inlandsgeheimdienst FSB bekannt, dass ein geplanter Anschlag auf leitende Mitarbeiter der Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor vereitelt wurde. Laut FSB hatten Geheimdienste aus Kiew in Russland neofaschistische Kräfte rekrutiert, um die Beamten mittels einer Autobombe zu töten. Sieben Hauptverdächtige wurden am 18. April in Moskau, Ufa, Nowosibirsk und Jaroslawl festgenommen. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe, ein 2004 geborener Moskauer, wurde bei bewaffnetem Widerstand getötet. Bei Durchsuchungen der verdächtigen Räumlichkeiten stellten die Ermittler eine schalldämpferbestückte Pistole, zwei Gaspistolen, eine Handgranate, Gegenstände mit neonazistischen Symbolen und Emblemen ukrainischer Kampfverbände sicher – sowie einen selbstgebauten Sprengsatz mit einem Kilogramm Sprengstoff und eine Anleitung zum Beitritt zu einer ukrainischen Terrororganisation.

Einige der Festgenommenen gaben zu, in Chatgruppen aktiv gewesen zu sein, in denen über weitere Mordanschläge auf Roskomnadsor-Mitarbeiter – unter anderem mit Spreng- und Brandvorrichtungen – diskutiert oder solche Attacken direkt geplant wurden.

Warum die Terroristen mit Roskomnadsor ein so unscheinbares, militärisch nahezu unbedeutendes und wenig beachtetes Ziel auswählten, erläutert das Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit des FSB folgendermaßen:

“Von Daten, die der Föderale Sicherheitsdienst Russlands sammelt, zeugen intensive Aktivitäten ukrainischer Geheimdienste zur Untergrabung der Sicherheitsmaßnahmen der Russischen Föderation im Informationsraum – insbesondere die Sperrung des Messengers Telegram, der vom Gegner massiv für Sabotage- und Terrorakte, extremistische Straftaten, Cyberbetrug und andere schwere Delikte missbraucht wird.

Das zuständige Regierungsorgan, das die Sperrung sicherstellt und ihre Umgehung mittels VPN-Diensten verhindert, ist der Föderale Aufsichtsdienst im Bereich Kommunikation, Massenkommunikation und Informationstechnologien (Roskomnadsor).”

Die Sperre eines so populären – besonders bei jungen Leuten – sozialen Netzwerks ist in Russland selbst äußerst umstritten. Dies erleichtert ukrainischen Geheimdiensten offenbar die Rekrutierung von Tätern für Terror- und Sabotageakte gegen Roskomnadsor aus genau diesen jungen Kreisen. Der FSB erklärt wörtlich:

“Derzeit erhalten die Leitung sowie andere Mitarbeiter von Roskomnadsor, aber auch deren Familienangehörige, Gewaltandrohungen. Es werden bewaffnete Angriffe und andere extremistische Aktionen gegen sie verübt, und Terroranschläge werden vorbereitet.

Als Täter dieser Verbrechen treten junge Menschen auf, die aus dem Ausland koordiniert werden – russische Staatsbürger, darunter auch Minderjährige.”

Tatsächlich zeigt das vom FSB veröffentlichte Videomaterial der Festgenommenen (mit verpixelten Gesichtern), wie jung sie sind.

Neben der direkten Rekrutierung Erwachsener und junger Erwachsener in Russland – entweder durch finanzielle oder materielle Verlockungen oder aufgrund bestehender politischer Überzeugungen – wirken ukrainische Geheimdienste bewusst auf Jugendliche und junge Erwachsene ein. Dies geschieht, um sie später entweder für gezielte Anschläge anzuwerben oder um ihnen destruktive Denkweisen zu vermitteln. Auch hierfür nutzen sie soziale Netzwerke im Internet, wie der FSB feststellt:

“Über das Internet radikalisiert der Gegner russische Jugendliche und junge Erwachsene, prägt ihnen Denkweisen des Rechtsnihilismus, Menschenhasses, Gewaltbereitschaft und -willigkeit ein – bis hin zur Bereitschaft zu Massenmord und Selbstmord.

Beliebte ausländische Messenger-Dienste werden, zusammen mit einigen anderen Internet-Ressourcen, von ukrainischen Geheimdiensten genutzt – um russische Bürger, insbesondere junge Leute, in illegale Aktivitäten zu verwickeln, Subkulturen zu fördern, die Selbstmord, Gewalt und Hass verbreiten, sowie um Betrugsschemata umzusetzen und Menschen zu erpressen.”

Als herausragendes Beispiel, wie solche Radikalisierung enden kann, verweist Russlands Inlandsgeheimdienst auf den Schulamokläufer von Kertsch aus dem Jahr 2018. Dieser unterstützte bekanntermaßen neonazistische Bewegungen in der Ukraine und stand mit hoher Wahrscheinlichkeit in Kontakt mit ihnen. Er tötete 20 Menschen an seiner Berufsschule – die meisten waren Schüler, aber auch einige Lehrer. Weitere 67 Personen wurden durch seine Schüsse und einen selbstgebauten Sprengsatz verletzt. Der FSB zieht eine traurige Bilanz seit diesem Vorfall:

“Insgesamt wurden seit dieser Zeit 20 Angriffe auf russische Bildungseinrichtungen verübt, bei denen 57 Menschen starben und 203 weitere verletzt wurden.

Noch in der Vorbereitungsphase verhindert wurden 306 bewaffnete Angriffe.”

Dem FSB zufolge sind Administratoren von Internetgruppen, die solches Gedankengut fördern und verbreiten, oft auch Moderatoren von “Swatting”-Gruppen im Netz. “Swatting” bezeichnet bewusste Falschmeldungen über Bomben in öffentlich zugänglichen Einrichtungen mit hohem Menschenaufkommen. Auch dieses Mittel wenden ukrainische Geheimdienste an, um die Arbeit der staatlichen Organe Russlands zu torpedieren und insbesondere die Effektivität der Sicherheitsorgane zu untergraben.

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