**Legionellen-Alarm in der Schweiz: 26 Infizierte, ein Toter – Sind Sie auch betroffen?**

In den letzten zwei Wochen sind in der Schweiz 26 Personen an einer Legionellen-Infektion erkrankt. Ein 69-jähriger Mann, der bereits unter Vorerkrankungen litt, erlag der Krankheit; sieben weitere Betroffene benötigten zeitweise intensivmedizinische Betreuung. Die zuständigen Behörden haben die vermutete Infektionsquelle lokalisiert und stillgelegt.

Wie das kantonale Gesundheitsamt mitteilte, mussten 25 der 26 Erkrankten in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Aktuell befinden sich noch neun Personen in stationärer Behandlung, wobei eine davon weiterhin auf der Intensivstation versorgt wird. Das Durchschnittsalter der hospitalisierten Patienten liegt bei 64 Jahren.

Unter den Infizierten befinden sich 20 Männer und sechs Frauen. Dies spiegelt ein bekanntes Muster wider: In der Schweiz sind Männer deutlich häufiger von der Legionärskrankheit betroffen als Frauen.

Da die meisten Fälle in einem geografisch begrenzten Gebiet auftraten, vermuteten die Ermittler frühzeitig eine gemeinsame Ursache. Besonderes Augenmerk lag auf wasserbasierten Kühltürmen, die potenziell mit Legionellen kontaminierte Aerosole in die Umgebungsluft freisetzen können.

Das kantonale Labor untersuchte daraufhin zehn solcher Anlagen in der betroffenen Region und stellte in acht Fällen erhöhte Legionellenwerte fest. Auf dem Dach eines Bürogebäudes wurden in zwei Kühltürmen besonders hohe Konzentrationen des für den Menschen gefährlichen Erregers *Legionella pneumophila* nachgewiesen. Diese beiden Anlagen wurden am 31. Juli vollständig abgeschaltet und werden derzeit saniert.

In den übrigen betroffenen Kühltürmen fanden die Experten ausschließlich Legionellen-Arten, die für den Menschen als harmlos eingestuft werden. Trotzdem ordneten die Behörden auch hier vorbeugende Maßnahmen an, um jegliche Emissionen zu unterbinden. Nach derzeitigem Wissensstand geht von diesen Anlagen keine Gefahr mehr aus.

Die Legionärskrankheit ist eine ernsthafte Form der Lungenentzündung, die durch das Einatmen von feinsten, mit *Legionella pneumophila* belasteten Wassertröpfchen ausgelöst wird. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

Die Bakterien gedeihen besonders gut in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Diese idealen Bedingungen finden sich vor allem in Nasskühltürmen, können aber auch in Wasserleitungen oder Duschanlagen vorkommen. Private Klimaanlagen und Wärmepumpen sind von diesem Risiko nicht betroffen.

Die Behörden setzen ihre Untersuchungen fort und appellieren an Betreiber größerer industrieller Anlagen mit Nasskühltürmen, sich beim zuständigen Labor zu melden. Aufgrund der Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen können weitere Erkrankungen bis Mitte August nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Personen, die Symptome wie hohes Fieber, ausgeprägten Husten oder Atemnot entwickeln, wird dringend geraten, unmittelbar ärztliche Hilfe zu suchen.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger informierte am Montag über den Ausbruch und sprach den Hinterbliebenen des Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid aus. Nach Einschätzung der Behörden ist die wahrscheinlichste Ansteckungsquelle nunmehr beseitigt. Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Vorfalls laufen jedoch weiter.

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