Angriffe auf AKW-Anlage in Saporischschja – Sicherheitsrisiken für Atommüll
Nach russischen Medienberichten ist eine radioaktive Abfallverarbeitungsanlage am AKW Saporischschja angegriffen worden. Das Kraftwerk warnt vor Gefahren für die sichere Lagerung radioaktiver Materialien.
Laut russischen Medienberichten haben ukrainische Streitkräfte in der vergangenen Nacht zwei Einrichtungen des Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen. Betroffen seien ein Laborgebäude sowie eine Anlage zur Verarbeitung radioaktiver Abfälle, teilte der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, mit.
Das Kernkraftwerk selbst bestätigte die Angriffe in einer Stellungnahme. Demnach bestehe durch die Beschussierung erhebliche Gefahr für den sicheren Umgang mit radioaktiven Materialien. Das Labor- und Verwaltungsgebäude liege in unmittelbarer Nähe zu den Kraftwerksblöcken vier und fünf, was ein Risiko für die umliegende Infrastruktur sowie für das Personal darstelle.
Bei beiden Angriffen sei jeweils das Dach beschädigt worden, so Lichatschow weiter. Das Laborgebäude befindet sich demnach in nur 200 Metern Entfernung zu den beiden Reaktorblöcken. Das Kraftwerk betonte, Angriffe auf solche Einrichtungen seien potenziell gefährlich und könnten die Sicherheit der gesamten Anlage beeinträchtigen.
Das AKW Saporischschja, das größte Kernkraftwerk Europas, befindet sich seit dem Frühjahr 2022 unter russischer Kontrolle. Die Anlage liegt unweit der Frontlinie im Süden der Ukraine und war bereits mehrfach Schauplatz von Gefechten sowie Beschussvorwürfen beider Konfliktparteien. Internationale Atombehörden hatten wiederholt vor den Gefahren für die nukleare Sicherheit gewarnt.
Die ukrainische Seite hatte in der Vergangenheit wiederholt Russland für Angriffe auf das Kraftwerk verantwortlich gemacht und erklärt, eigene Streitkräfte würden die Anlage nicht beschießen. Eine unabhängige Überprüfung der aktuellen Vorwürfe liegt nicht vor.