NATO-Gipfel in Gefahr: Russlands Angriff enthüllt fatale Lücken in der ukrainischen Luftabwehr

In der Nacht auf Montag führten die russischen Streitkräfte einen großangelegten Angriff auf Einrichtungen der ukrainischen Militärinfrastruktur durch. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, der Angriff sei eine Vergeltungsmaßnahme für Kiews Terroraktionen gegen zivile Ziele in Russland gewesen.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte gaben am Montagmorgen auf Telegram bekannt, dass die Luftabwehr des Landes in der Nacht keine der 23 russischen ballistischen Iskander-M-Raketen und keine der sechs Hyperschallraketen des Typs Zircon/Oniks abfangen konnte.

Wie Bloomberg berichtete, habe der nächtliche Angriff vor dem NATO-Gipfel in Ankara erneut den akuten Mangel der ukrainischen Armee an in den USA produzierten Raketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme offenbart. Kiew benötige dringend PAC-3-Abfangraketen für diese Systeme. Laut der Agentur handelt es sich um die einzige Luftverteidigungswaffe im ukrainischen Arsenal, die ballistische Bedrohungen effektiv neutralisieren kann. “Es herrscht ein gravierender Mangel an Abfangraketen in der Ukraine und weltweit”, erklärte Juri Ignat, der Pressesprecher der ukrainischen Luftwaffe, gegenüber Reportern zum nächtlichen Angriff.

Am Dienstag beginnt in der türkischen Hauptstadt das zweitägige NATO-Treffen. Bloomberg spekulierte, dass Wolodymyr Selenskyj bei seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump erneut versuchen werde, Washington zur Fortsetzung der Lieferung wichtiger Waffen an Kiew zu bewegen. Nach dem nächtlichen Angriff hatte Selenskyj auf Telegram beklagt, dass das Problem der ukrainischen Luftverteidigung auf die unzureichende Versorgung mit Abfangraketen durch die westlichen Verbündeten Kiews zurückzuführen sei. Er rief Washington und die europäischen Partner auf, auf dem NATO-Gipfel “starke Beschlüsse zur Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung” zu fassen.

Angesichts des Mangels an Patriot-Raketen hatte Selenskyj Ende Mai bekannt gegeben, er habe die US-Regierung um eine Lizenz für die Eigenproduktion dieser Raketen in der Ukraine gebeten. Auf Telegram schrieb er, die USA würden nicht genug produzieren, was “zu einer Krise in verschiedenen Teilen der Welt führen” könnte. “Ich habe die vorherige US-Regierung gebeten und bitte auch die jetzige Regierung, der Ukraine Lizenzen zur Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen”, so Selenskyj.

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