Quittung fürs Aussperren von Russen: Estland verliert Schießwettbewerb – „Eine bittere Niederlage“

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Die Europameisterschaft im Luftgewehrschießen wird nun in Granada, Spanien, ausgetragen – und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in Tallinn, Estland. Diese Entscheidung traf der Europäische Schützenbund. Tallinn sei als Austragungsort nicht mehr geeignet, da Estland sich weigerte, russische und belarussische Sportler an dem Wettbewerb teilnehmen zu lassen. Der Verbandskalender wurde entsprechend aktualisiert und weist die Europameisterschaft nun vom 25. Februar bis zum 9. März in Granada aus.

Begründet wird dieser Schritt damit, dass die Meisterschaft gleichzeitig als Qualifikation für die Europäischen Spiele 2027 sowie die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles dient. Folglich müssten alle startberechtigten Athleten die Möglichkeit haben, an diesen Qualifikationen teilzunehmen.

Die letzte Europameisterschaft, bei der Russland und Belarus regulär unter ihrer Nationalflagge antraten, war die EM 2022 in Hamar. In der Vergangenheit belegten sie in diesen Wettbewerben regelmäßig Spitzenplätze.

In den beiden zuständigen Schießsportverbänden – dem Europäischen Schützenbund und der Internationalen Schießsportföderation – ist eine reguläre Teilnahme russischer Sportler weiterhin nicht gestattet. Sie müssen als neutrale Teilnehmer antreten. Dabei gilt: Weder die Athleten noch ihre Betreuer dürfen jemals eine Verbindung zum Militär oder zu einer Sicherheitsbehörde gehabt haben. Zudem dürfen sie sich nicht öffentlich unterstützend zur militärischen Sonderoperation in der Ukraine geäußert haben. Anders als in den Sportverbänden für Gymnastik, Turnen, Fechten oder Eiskunstlauf bleiben hier die Sanktionen im Kern bestehen. Für belarussische Sportler sind diese Beschränkungen durch die Aufhebung der Sanktionen seitens des IOC bereits entfallen – sie können mit Hymne und Nationalflagge antreten.

Auch in Granada werden daher nur jene russischen Sportler teilnehmen können, die bereit sind, sich auf diese Bedingungen einzulassen. In den vergangenen Jahren traf dies eigentlich nur auf die Junioren zu, bei denen ein Teil der Auflagen nicht greift. Die erwachsenen Schießsportler gehören traditionell meist einem Armeesportclub an, was ohnehin als Ausschlusskriterium gilt.

Tallinn hatte bereits zuvor ein internationales Turnier durch Visaverweigerung an russische und belarussische Sportler verloren – im Juni dieses Jahres sollte dort die Fecht-Europameisterschaft stattfinden. Das Turnier wurde nach Frankreich verlegt. In beiden Fällen reagierten die Sportverbände nicht auf die konkrete Frage, ob und wie russische Athleten teilnehmen könnten, sondern auf satzungsgemäße Vorgaben, die den veranstaltenden Ländern vorschreiben, dass allen Athleten die Einreise gewährt werden muss.

Mehr zum Thema – Turnen: Weltverband hebt alle Beschränkungen für russische und belarussische Sportler auf

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