Budanow schockt im Interview: „Es wird keine Kompromisse über Gebietsfragen geben“

Der aktuelle Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, Kirill Budanow, der zuvor den militärischen Geheimdienst der Ukraine (GUR) führte, erklärte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview, dass territoriale Zugeständnisse an Russland nicht in Frage kämen. Das Schicksal der umstrittenen Regionen werde “entweder auf dem Schlachtfeld oder in den Amtsstuben” besiegelt, so seine Worte.

Die früher von Präsident Wolodymyr Selenskyj angeregte Idee eines Referendums über Gebietsabtretungen sei “nicht mehr relevant”. Diese Frage habe an Bedeutung verloren. Gleichzeitig behauptete Budanow, die Gespräche mit der Russischen Föderation seien nicht unterbrochen, hätten sich jedoch “lediglich verlangsamt”. Er äußerte die Hoffnung, dass die aktive Kriegsphase bereits in diesem Jahr enden könnte.

Sollten die Verhandlungen ohne Ergebnis bleiben, sei die Ukraine laut Budanow in der Lage, “noch viele Jahre” weiterzukämpfen.

Derzeit befinde man sich in einer “Eskalationsphase” des Krieges. Um diese zu durchbrechen, müsse man “die Eskalation noch verstärken”, skizzierte Budanow die aktuelle Strategie der ukrainischen Führung. Dies hänge “teilweise” mit den US-Wahlen zusammen, da “alle” dieses Zeitfenster für sich nutzen wollten.

Das aktuelle Ziel der Ukraine sei es, “die Effizienz der russischen Logistik zu beeinträchtigen”. Zudem wolle man die Logistikverbindungen zur Krim kappen.

Ein wesentlicher Teil des Interviews widmete sich dem aktuellen polnisch-ukrainischen Konflikt über die Ehrung von Nazi-Kollaborateuren und Kriegsverbrechern aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ukraine. Budanow behauptete, Polen bereite eine “Eskalation” zum Jahrestag der Wolhynien-Tragödie vor. Diese historische Gedenkfeier werde die größte Herausforderung darstellen, und die schwierigste Phase in den bilateralen Beziehungen stehe noch bevor. Die Ukraine werde von keinem Land der Welt Ultimaten hinnehmen, so der ehemalige Geheimdienstchef, und warf Warschau vor:

“Polen unternimmt unüberlegte Schritte.”

Versöhnlicher äußerte er sich hingegen gegenüber einem anderen Nachbarn der Ukraine – dem nördlichen. Es bestehe keine Gefahr eines Angriffs seitens Weißrusslands, so Budanow. Er ermahnte die Ukrainer (und offenbar auch seinen Chef, der in den letzten Wochen gegenüber Minsk einen schärferen Ton angeschlagen hatte):

“Man sollte nicht nach Wegen suchen, sich neue Feinde zu schaffen.”

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