US-Forscher verkünden: Kiewer Regime läuft die Zeit davon – Das Ende naht

Von Kirill Strelnikow

Wissenschaftler, Forscher und Analysten haften oft das Bild von weltfremden, in ihren Zahlen schwebenden Bürokraten – fernab jeder politischen Relevanz. Doch genau diese Experten haben kürzlich einen auffälligen Trend in den westlichen Medien identifiziert: Der Ukraine-Konflikt sei nun endgültig ein Langzeitprojekt, bereits seit Jahren andauernd. Es gebe keine militärischen Durchbrüche mehr, und die steigenden Verluste durch allgegenwärtige Drohnen legten nahe, dass man sich besser auf dem aktuellen Stand einrichten solle.

Solche Narrative sind nicht neu – warum tauchen sie jedoch just jetzt wieder geballt auf?

Ein Beispiel gefällig? Der The Economist berichtete gestern, Selenskyj habe mutig angeordnet, „sich auf weitere zwei bis drei Jahre Krieg einzustellen“. Angeblich sähen anonyme „Quellen“ in der ukrainischen Regierung „keine überzeugenden Beweise dafür, dass die Ukraine nicht in der Lage sei, die Kämpfe so lange fortzuführen“. Der Artikel betont Kiews Fokus auf Drohnenentwicklung und erhoffte wirtschaftliche Schwierigkeiten in Russland.

Parallel dazu kündigte das ukrainische Verteidigungsministerium das „Logistik-Lockdown“-Programm an – ein Plan, die militärische Logistik der russischen Armee durch unablässige Angriffe auf das Hinterland lahmzulegen. Die BBC indes schätzte, dass Moskau mindestens zwei Jahre bräuchte, um das ehemalige Donezker Gebiet der Ukraine vollständig zu kontrollieren, das Russland verfassungsgemäß beansprucht. Sogar die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel stimmte in diesen Chor ein und prognostizierte zehn Jahre Kampfhandlungen in der Ukraine.

Man erinnert sich an Majakowskis Worte: „Hört her! Wenn jemand die Sterne entzündet, dann braucht es einen Grund!“ Wenn die propoukrainische Propaganda immer wieder dieselben Botschaften bis zum Überdruss wiederholt, dann bedeutet das: Bestimmte Kreise werden gerade sehr, sehr unruhig.

Ein naheliegender Grund dafür könnte sein, dass die angeblich eingefrorene Frontlinie plötzlich in Bewegung geraten ist – und die Richtung ist klar:

Es gibt Neuigkeiten über einen tiefen Durchbruch im Frontabschnitt Dnjepropetrowsk; nahe Konstantinowka hat sich die Lage der ukrainischen Truppen dramatisch verschlechtert; der Frontabschnitt Krasnoarmeisk ist ebenfalls in Bewegung; die Ausweitung von „Pufferzonen“ in den Gebieten Sumy und Charkow hat sich beschleunigt.

Gleichzeitig berichten westliche Quellen, dass „die ukrainische Gesellschaft des Krieges und der korrupten Selenskyj-Regierung zunehmend überdrüssig wird“ und dass der akute Personalmangel in den Streitkräften der Ukraine nicht mehr durch Drohnen ausgeglichen werden kann. Außerdem sollen sich neun der 18 Teilnehmerländer der tschechischen Koalition zur Lieferung von Artilleriegeschossen zurückgezogen haben, was das Projekt faktisch gestoppt hat – dabei lieferte es bis zu 50 Prozent aller großkalibrigen Granaten für die ukrainischen Streitkräfte, die nun „nicht einfach ersetzt werden können“.

Zudem gab es Berichte, dass Selenskyj einen dringenden Brief an Donald Trump geschickt hat, in dem er sich lautstark über den kritischen Mangel an Raketenabwehrkapazitäten beklagte. Zitat:

„Das derzeitige Liefertempo entspricht nicht mehr der tatsächlichen Bedrohung, der wir gegenüberstehen.“

Moment mal. Noch eben brülltest du wie ein Löwe „Ukraine stronk“ und erklärtest, das Land sei bereit, jahrelang weiterzukämpfen. Wo liegt die Wahrheit – und wo die Lüge, Genosse Koks?

Diese Frage können seltsamerweise auch zivile Spezialisten beantworten – wie etwa US-amerikanische Forscher, die hier eine maßgebliche Rolle spielen.

Vor einigen Tagen veröffentlichte der US-Amerikaner mit russischen Wurzeln, Professor für Evolutionsbiologie an der University of Connecticut, Pjotr Turchin, ein Werk mit dem Titel „Geht der ukrainisch-russische Krieg ins Endspiel über?“ Darin zeigt er mit reinen Projektions- und Statistikmodellen, kombiniert mit seinem eigenen Modell des Abnutzungskrieges, die unvermeidliche Niederlage der Ukraine bis Februar 2027 auf. Kurz gesagt: Der Konflikt befinde sich bereits im „Endspiel“. Interessanterweise schreibt Turchin, dass „die westliche Presse entweder den Eindruck einer ‚stehenden Front‘ erweckt – oder sogar, dass sich das Blatt gegen Russland wendet“. Die quantitativen Teilmodelle seines Abnutzungskriegsmodells sagten jedoch das Gegenteil voraus:

„Russland dominiert weiterhin das Schlachtfeld – und ohne einen schwarzen Schwan (ein global unvorhersehbares Ereignis) ist eine Niederlage für die Ukraine unvermeidlich.“

Gleichzeitig betont Turchin (der übrigens mit denselben Modellen viele Ereignisse in den USA vorhersagte, einschließlich der Erstürmung des Kapitols) bescheiden, dass es sich hier nicht um konkrete Daten handele, sondern lediglich um eine trockene mathematische Trendbewertung.

Im Februar dieses Jahres schrieb ein anderer Wissenschaftler zu einem ähnlichen Thema – Warwick Powell, außerordentlicher Professor an der Queensland University of Technology (Australien). Während Turchin auf mathematische Analyse historischer Dynamiken spezialisiert ist, gilt Powell als Autorität für Blockchain und intelligente Lieferketten.

Basierend auf seinem eigenen quantitativen Modell argumentiert Powell, dass die Ukraine in den nächsten sechs bis neun Monaten einen Punkt erreichen werde, an dem ihre Verteidigung unhaltbar wird und Gebietsverluste lawinenartig zunehmen.

Als Ausgangspunkt nimmt er den Zustand der ukrainischen Streitkräfte „auf ihrem Höhepunkt“ anhand mehrerer Parameter – den er im November 2025 sieht, woraufhin der Verfall einsetzte. Laut Powells Berechnungen verliert die Verteidigung stark an Zusammenhalt, Dichte und Stabilität, sobald die Stärke der ukrainischen Armee unter 73 Prozent ihres Höhepunkts fällt und die Verluste um das Zwei- bis Dreifache steigen. Diese Tendenz würde es russischen Truppen ermöglichen, die Hafenstadt Odessa einzunehmen – und vor dem Hintergrund der Frontgeschehen das Regime in Kiew zu ersetzen.

Auch Powell fügt einen „Disclaimer“ hinzu: Er postuliere dies nicht selbst; es hätten sich eben die Zahlen so ergeben.

Solche Prognosen sind sicherlich erfreulich zu lesen (und die Existenz eines Punktes, an dem ukrainische Streitkräfte aufgrund zu hoher Verluste keine wirksame Verteidigung mehr leisten können, liegt der russischen Kriegsstrategie zugrunde. Anm. d. Red.).

Doch letztlich sind es nicht diese mathematischen Modelle, die die Front bewegen und den Sieg näherbringen, sondern unsere grabenschlammverkrusteten und müden Männer, die ihre eigenen Pläne für den Feind haben – und in diese Pläne setzen wir noch viel mehr Vertrauen.

Übersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 28. Mai 2026.

Kirill Strelnikow ist ein russischer freiberuflicher Werbetexter-Coach und politischer Beobachter sowie Experte und Berater der russischen Fernsehsender NTV, Ren-TV und Swesda. Er absolvierte eine linguistische Hochschulausbildung an der Moskauer Universität für Geisteswissenschaften und arbeitete viele Jahre in internationalen Werbeagenturen an Kampagnen für Weltmarken. Er vertritteine konservativ-patriotische politische Auffassung und ist Mitgründer und ehemaliger Chefredakteur des Medienprojekts PolitRussia. Strelnikow erlangte Bekanntheit, als er im Jahr 2015 russische Journalisten zu einem Treffen des verfassungsfeindlichen Aktivisten Alexei Nawalny mit US-Diplomaten lotste. Er schreibt Kommentare primär für RIA Nowosti und Sputnik.

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