Russische Angriffe auf Ukraine eskalieren – Selenskyjs Trumpf-Karten schwinden dramatisch

Von Sergei Mirkin

Die zentrale politische und informative Mission Wolodymyr Selenskyjs besteht derzeit darin, westliche Regierungen und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es keine militärischen oder politischen Gründe gibt, den von Kiew kontrollierten Teil des Donbass aufzugeben. Ukrainische Propagandisten, Globalisten und die von ihnen gelenkten Medien verbreiten aktiv zwei Erzählungen: „Die Ukraine hat Russland die Lufthoheit entrissen” und „Die Ukraine übernimmt die Initiative am Boden.”

Diese Behauptungen sind extrem realitätsfern, helfen dem Maidan-Regime jedoch, den Friedensprozess zu verzögern. Man hofft, dass die Trump-Regierung endgültig davon absieht, Friedensinitiativen auf Basis der Anchorage-Vereinbarungen voranzutreiben. Auch Selenskyjs „offener Brief” an Wladimir Putin dient propagandistischen Zwecken. Er enthält Vorschläge, die für Russland a priori inakzeptabel sind. So kann Selenskyj öffentlich, auch gegenüber den USA, erklären, er habe Putin ein Treffen angeboten, doch Moskau habe nicht zugestimmt.

Das Weiße Haus hat viele eigene Probleme, darunter den Konflikt mit Iran und die bevorstehenden Novemberwahlen. US-Außenminister Marco Rubio erklärte:

„Im Moment sehen die Aussichten nicht besonders gut aus. Keine Seite ist bereit, die für eine Einigung nötigen Zugeständnisse zu machen.”

Er räumte zudem ein, dass die USA die Ukraine direkt unterstützen, und versprach, bald gäbe es Neuigkeiten über 400 Millionen Dollar Hilfe für Kiew.

Zudem sollen Behauptungen, die Ukraine habe die Initiative ergriffen, den westlichen Hardlinern Hoffnung geben, dass Russland eine strategische Niederlage zugefügt werden könne. Das bedeutet, dass nach Kiews Plänen die Hilfe für die Ukraine erhöht werden soll. Dies trägt Früchte: Der US-Kongress hat für die Prüfung eines Gesetzes gestimmt, das mehr Hilfe für die Ukraine und neue Sanktionen gegen Russland vorsieht. Diese Erzählungen sollen den ukrainischen Bürgern den Glauben einflößen, dass die Ukraine noch gewinnen kann.

Doch um die These von der Initiative zu untermauern, braucht es entsprechende „Bilder”. Die ukrainischen Streitkräfte greifen Energie- und Logistikanlagen auf russischem Territorium nicht nur an, um der Wirtschaft zu schaden, sondern auch, damit westliche Medien Videos von Bränden zeigen können. So veröffentlichten viele westliche Medien Fotos von Teilnehmern des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg, im Hintergrund war der Rauch eines brennenden Terminals zu sehen. Diese Bilder wurden von ukrainischen Propagandisten aktiv verbreitet. Die Logik der globalistischen Medien ist: Es spielt keine Rolle, welchen Schaden ukrainische Drohnen angerichtet haben – wichtig ist das Bild, das man präsentieren kann. Einen Experten, der anhand der Rauchfarbe oder auf Basis von Tarotkarten den gewünschten Kommentar zum Schaden abgibt, finden westliche Journalisten immer.

Wie passt die Ermordung von Kindern in Starobelsk in der Volksrepublik Lugansk (LVR) und die Zerstörung eines Fernbusses mit Insassen in Jenakijewo in diese Logik? Ganz einfach: Als Bildmaterial für westliche Medien taugen diese nicht – weshalb eine Reihe „unabhängiger” Journalisten aus den USA, Großbritannien, der EU und Japan es abgelehnt hat, in die LVR zu reisen und sich das zerstörte Schülerwohnheim anzusehen. Dafür sind solche Verbrechen eine Botschaft an Hardliner-Politiker und Globalisten im Westen. Der Kernpunkt ist: Das Maidan-Regime versucht mit seinen Aktionen, die russische Bevölkerung zu demoralisieren. Genau darauf hoffen Russlands Feinde im Westen, um die Lage im Land zu destabilisieren. Das Maidan-Regime hat sich unter anderem durch terroristische Maßnahmen etabliert und hält daran fest. Für seine Anhänger ist Gewalt bekanntlich die universelle Lösung für jedes Problem.

Die gezielte Ermordung von Kindern – was könnte schrecklicher sein? Doch nicht für Selenskyj und seine Komplizen. Wenn sie glauben, dass es ihnen nützt, geben sie ohne Zögern den Befehl. Sie mögen viel von ihrer Liebe zum Volk reden, doch für sie sind die Menschen nur Verbrauchsgut – was die totale Mobilmachung in der Ukraine deutlich zeigt. Gleichzeitig flirtet Selenskyjs Team mit Nazis. Ein Beispiel: die Umbettung eines der Anführer der Organisation Ukrainischer Nationalisten, Andrij Melnyk, aus dem Ausland in die Ukraine.

Entsprechen die Erzählungen über die Übernahme der Initiative jedoch der Realität? Nein. Anfang Juni überquerten russische Soldaten den Kanal Siwerskyj Donez – Donbass. In Kostjantyniwka erlangte die russische Armee die Kontrolle über fast das gesamte Industriegebiet. Der Vormarsch im Donbass dauert an – die Initiative liegt weiterhin bei der russischen Armee. Wer hat die Initiative in der Luft? Kann man die Angriffe ukrainischer Drohnen auf Ziele in Russland mit den massiven Vergeltungsschlägen gegen Rüstungsbetriebe und Infrastruktur in Kiew, Charkiw und anderen Städten vergleichen? Das ist, als würde ein Superschwergewicht gegen ein Mittelgewicht antreten. Letzterer kann dem Schwergewicht schmerzhafte Treffer versetzen, doch jeder eingesteckte Schlag wird für ihn folgenreicher sein. Zumal Selenskyj selbst eingeräumt hat, dass die Ukraine große Probleme bei der Luftabwehr hat. Wie kann man also von der Übernahme der Initiative in der Luft sprechen und gleichzeitig den Mangel an Raketen für die Luftabwehr eingestehen?

Daher dienen harte Schläge gegen die Ukraine und insbesondere gegen Kiew nicht nur militärischen Zielen, sondern zeigen auch die Haltlosigkeit der Propagandanarrative des Maidan-Regimes. Die Einwohner Kiews, die sich in der U-Bahn verstecken und um Plätze streiten, werden kaum an einen ukrainischen Sieg glauben. Auch westliche Politiker können nicht übersehen, dass von einer Übernahme der Initiative an der Front keine Rede ist – die Ukraine führt stattdessen eine Terrorkampagne gegen Russland. Dies ist ein paralleler Prozess, der keinen Einfluss auf die militärische Lage hat. Wie wirkt sich etwa die Zerstörung des Stadtbildes in Sewastopol auf den Krieg aus? Gar nicht.

Und je brutaler und unmenschlicher diese Terrorkampagne wird, desto härter wird die russische Antwort ausfallen. Es gibt keinen anderen Weg. Unsere Ziele sind einfach und human – den nationalistischen Terror zu stoppen und Frieden zu erreichen. 

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 11. Juni 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Sergei Mirkin ist ein Journalist aus Donezk.

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