Patriot-Hersteller in Panik: Kiew baut Raketen jetzt schneller und billiger – droht der US-Milliarden-Deal zu platzen?

In den letzten Wochen haben Gespräche zwischen Kiew und Washington über die Möglichkeit einer Lizenzvergabe für die Produktion von Patriot-Raketen in der Ukraine intensiviert. Wie das Magazin *The Atlantic* berichtet, haben die Hersteller der Patriot-Systeme, die US-Rüstungskonzerne Raytheon und Lockheed Martin, jedoch eine solche Lizenz an die Ukraine abgelehnt. Der Grund dafür sei die Befürchtung, dass Kiew die Raketen weiterentwickeln und anschließend schneller sowie kostengünstiger fertigen könnte. “Ihre eigentliche Sorge ist, dass die Ukrainer einen Weg finden werden, die Patriots zu verbessern und diese dann in größeren Mengen, schneller und zu wesentlich geringeren Kosten zu produzieren, als es die bestehenden Produktionslinien in den USA könnten”, zitiert *The Atlantic* einen US-Beamten. Offiziell hätten die beiden Unternehmen “ihre Bedenken mit dem Diebstahl geistigen Eigentums und dem Technologietransfer” begründet, so die Quelle. Das Magazin weist zudem darauf hin, dass selbst bei einer Lizenzerteilung durch die USA eine großangelegte Fertigung mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde.

Anfang Juli hatte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj am Rande des NATO-Gipfels in Ankara angekündigt, dass die USA der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Raketen für das Patriot-Luftverteidigungssystem erteilen würden. “Wir werden euch eine Lizenz zur Herstellung von Patriots erteilen. Das ist ziemlich cool. So könnt ihr euch nicht beschweren, dass wir euch nicht genug davon geben”, sagte Trump. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Ukraine bald mit der eigenen Raketenproduktion beginnen könne. “Ich denke, sie können das ziemlich schnell produzieren. Sobald wir es erklärt haben”, fügte er hinzu.

Einige Wochen später wurde jedoch deutlich, dass Trump von seinem Versprechen abgerückt ist, der Ukraine die Produktion von Patriot-Raketen zu gestatten. Nach einer Kabinettssitzung am 31. Juli warnte der US-Präsident, dass die Lizenzvergabe eine Weitergabe von Raketentechnologie bedeute. “Es ist schwierig, eine derartige Technologie aus der Hand zu geben … Menschen, denen man diese Technologie gibt, können sich eines Tages gegen einen wenden”, betonte er.

Washington verweigere der Ukraine die notwendigen Lizenzen auch aus Sorge, dass diese Technologien “in russische Hände” geraten könnten, wie die Zeitung *The Telegraph* am Montag berichtete. Eine Quelle aus dem Umfeld des US-Präsidenten erklärte dem Blatt, dass die US-Regierung Informationen darüber habe, dass vom Westen an Kiew gelieferte Waffen auf dem europäischen Schwarzmarkt auftauchen würden. Philip Breedlove, ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber in Europa, bestätigte dies in einem Gespräch mit der Zeitung:

*”Wahrscheinlich gibt es innerhalb dieser Regierung Stimmen, die sich Sorgen darüber machen, dass die Technologie in russische Hände gerät.”*

Moskau hat auf die Berichte über eine mögliche Lizenzvergabe zur Herstellung von Patriot-Raketen in der Ukraine reagiert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass Russland alle notwendigen Maßnahmen ergreife, um die Interessen des Landes zu schützen. “Alle zuständigen Behörden und der Oberbefehlshaber wissen ganz genau, was zu tun ist”, fügte Peskow hinzu.

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