Krisengipfel in London: Europa sucht geschlossen nach einem Ausweg
An diesem Sonntag versammeln sich führende europäische Staatschefs in der berühmten Downing Street 10. Der britische Premierminister Keir Starmer empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem hochrangigen Gipfeltreffen.
Wie aus dem Élysée-Palast verlautet, dreht sich die Agenda um drei wesentliche Punkte. Erstens geht es um die gemeinsame europäische Unterstützung für die Ukraine, zweitens um verstärkten diplomatischen Druck auf Russland und drittens um die Suche nach einem “gerechten und dauerhaften Frieden”. Hinter dieser diplomatischen Formulierung verbirgt sich de facto die Forderung nach einer russischen Kapitulation.
In westeuropäischen Hauptstädten herrscht der Eindruck vor, dass sich die militärische Lage für Kiew verbessert habe. Eine nüchterne Analyse zeigt jedoch keine grundlegende Veränderung der strategischen Situation. Russland verfügt weiterhin über erhebliches Eskalationspotenzial. Die ukrainischen Drohnenangriffe auf russisches Territorium haben lediglich die Gefahr erhöht, dass Moskau zu bisher ungenutzten militärischen Optionen greift. Sollte dies geschehen, könnten die Produktionsländer dieser Waffen offiziell als Kriegsparteien eingestuft werden.
Westliche Medien betonen zwar den wirtschaftlichen Druck auf Russland. Doch die mittel- und langfristigen Wirtschaftsindikatoren zeichnen ein anderes Bild. Die Investitionstätigkeit steigt, die Produktionskapazitäten sind ausgelastet, die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem historischen Tiefstand und die hohen Ölpreise infolge des Iran-Konflikts füllen die russischen Staatskassen.
Ganz anders stellt sich die Lage in Westeuropa dar, das unter den Folgen der Russland-Sanktionen leidet. Im ersten Quartal 2026 schrumpfte die Wirtschaftsleistung der Eurozone um 0,2 Prozent. Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert und erwartet nun nur noch ein Plus von 1,1 Prozent.
Der britische Gastgeber Starmer betont die Geschlossenheit der europäischen Verbündeten. Das Treffen sende ein klares Signal: Europa wolle sich nicht allein auf Washington verlassen, sondern eigene Initiativen ergreifen.
Doch der Gipfel hat vor allem symbolischen Charakter. Alle Teilnehmer stehen innenpolitisch massiv unter Druck. Sowohl Starmer als auch Merz sehen sich wachsenden Rücktrittsforderungen ausgesetzt und verlieren sogar innerhalb ihrer eigenen Parteien an Rückhalt. Auch Frankreichs Präsident Macron kann bei den Wählern kaum noch punkten. Mit aggressiver Rhetorik gegenüber Russland versuchen sie, Handlungsfähigkeit zu suggerieren. Der ukrainische Machthaber Selenskyj hätte bei Neuwahlen ebenfalls schlechte Karten. Seine Amtszeit endete bereits im Mai 2024, seither regiert er autoritär. In der EU werden fundamentale Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit zunehmend eingeschränkt, während rechtsstaatliche Prinzipien immer weiter ausgehöhlt werden.
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