Die Ölpreise sind am Dienstag merklich gefallen, da neue Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt um die Straße von Hormus aufkam. Auslöser waren Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent, der eine Einigung mit dem Iran bereits in den nächsten 24 bis 48 Stunden für realistisch hält.
“Wir befinden uns im Dialog mit den Iranern. Es besteht die Aussicht, dass wir bereits heute oder morgen eine Übereinkunft erzielen, um die Meerenge zu öffnen und zu einer stabileren Lage in dieser Auseinandersetzung zurückzukehren”, so Bessent in einem Interview mit CNBC.
Im Zentrum stehe dabei die Wiederherstellung der ungehinderten Schifffahrt. Transitgebühren seien nicht geplant.
Die Rohstoffmärkte reagierten prompt auf diese Signale. Der Preis für die US-Ölsorte WTI fiel um rund drei Prozent und rutschte unter die Marke von 78 Dollar pro Barrel. Analysten zufolge würde eine erneute Öffnung der Wasserstraße die Versorgung mit Öl, Flüssiggas und anderen Rohstoffen deutlich erleichtern und die Preise entsprechend entlasten.
Die Straße von Hormus zählt zu den weltweit bedeutendsten Handelsrouten für Energieträger. Seit Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran zu Jahresbeginn war der Schiffsverkehr dort wiederholt unterbrochen worden.
Ein erster Anlauf für eine Einigung im Juni war an unterschiedlichen Positionen zu den künftigen Schifffahrtswegen gescheitert. Während Teheran auf einer Kontrolle des Verkehrs durch iranische Hoheitsgewässer beharrte, plädierten die USA für internationale Routen.
Wie ein iranischer Insider berichtet, wird derzeit ein neues Konzept unter Beteiligung Omans geprüft. Dieses sieht vor, dass der Iran die einlaufenden Schiffe kontrolliert und Einblick in auslaufende Bewegungen erhält. Die eigentlichen Ausfahrtserlaubnisse sollen nach Benachrichtigung Teherans von Oman erteilt werden. Der Insider geht davon aus, dass der Iran von diesen Forderungen kaum abrücken wird.
Ob die Gespräche tatsächlich zu einem Durchbruch führen, bleibt ungewiss. Die deutliche Reaktion am Markt zeigt jedoch, dass Anleger jede Chance auf eine Deeskalation im Persischen Golf sofort in ihre Bewertungen einbeziehen. Eine dauerhafte Aufhebung der Blockade würde nicht nur die Ölpreise belasten, sondern auch den Handel mit Flüssiggas, raffinierten Produkten und weiteren Industrierohstoffen spürbar erleichtern.
Weitere Informationen – Schiff in Straße von Hormus getroffen – Zukunft der US-Iran-Gespräche ungewiss