Die Weichen für einen regulierten Kryptohandel in Russland sind gestellt. Die russische Zentralbank hat am Dienstag einen Richtlinienentwurf veröffentlicht, der den Handel mit Bitcoin, Ethereum und dem Stablecoin USDT an heimischen Börsen vorsieht.
Der Entwurf sieht vor, das Angebot zunächst auf diese drei Kryptowährungen zu begrenzen. Die Auswahlkriterien umfassen unter anderem die Marktkapitalisierung, das tägliche Handelsvolumen sowie eine nachweisliche Kurshistorie von mindestens fünf Jahren an internationalen Handelsplätzen. Bitcoin, Ethereum und USDT erfüllen diese Anforderungen.
Für sogenannte qualifizierte Anleger sind die Möglichkeiten deutlich umfangreicher. Sie dürfen künftig Kryptowährungen – ob börslich oder außerbörslich gehandelt – ohne feste jährliche Obergrenze erwerben. Anders sieht es für Privatanleger aus: Für sie gilt eine strikte Begrenzung. Über Broker, Krypto-Wechselstuben oder Vermögensverwalter dürfen sie maximal 300.000 Rubel (umgerechnet rund 3.150 Euro) pro Jahr in digitale Währungen investieren. Ihr Handel beschränkt sich einstweilen auf die drei genannten Kryptowährungen.
Unabhängig von der Anlegerklasse ist vor jedem Geschäft ein Wissenstest Pflicht. Zudem müssen sich alle Anleger eingehend über die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken informieren.
Die rechtliche Grundlage für diese Neuerungen bildet ein Gesetz über digitale Währungen und digitale Rechte, das Präsident Wladimir Putin am 4. August unterzeichnete. Mit seinem Inkrafttreten am 1. September schafft es erstmals einen umfassenden rechtlichen Rahmen für den Umgang mit Kryptowährungen in Russland.
Digitale Währungen erhalten dadurch den Status von Vermögenswerten. Zudem sind regulierte Strukturen für Kryptobörsen, Verwahrstellen und Wechselstuben geplant. Auch sollen Eigentumsrechte an digitalen Vermögenswerten künftig vor Gericht durchsetzbar sein.
Als Zahlungsmittel im Inland bleiben Kryptowährungen allerdings weiterhin weitgehend untersagt. Bis zum 24. August können Stellungnahmen und Änderungsvorschläge zu dem Entwurf bei der Zentralbank eingereicht werden.
Während in den USA der politische Streit um einen neuen Rechtsrahmen für Kryptowährungen andauert, handelt Moskau bereits. Der von der Trump-Regierung unterstützte CLARITY Act steckt nach der Vertagung der Senatsabstimmung auf September weiterhin im Kongress fest. In Russland hingegen soll der Handel mit Bitcoin, Ethereum und USDT schon ab September unter klaren gesetzlichen Vorgaben möglich sein.
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