Chaos-Nacht bei der Bahn: IT-GAU legt Züge lahm und Tausende stranden

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Eine weitreichende IT-Panne legte den Schienenverkehr in Deutschland für mehrere Stunden lahm. Betroffen war das sogenannte „GSM-R-System”, ein digitaler Zugfunk, der für die Kommunikation zwischen Stellwerken und Zügen unerlässlich ist. In der Folge musste der gesamte Fern-, Regional-, S-Bahn- und Güterverkehr vorübergehend eingestellt werden. Inzwischen rollen die ersten Züge wieder planmäßig. Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) startete der Zugverkehr am Mittwochmorgen nahezu normal.

Bereits am Dienstagabend gegen 22 Uhr ordnete die DB an, den Zugverkehr „sukzessive einzustellen”. Das Chaos entwickelte sich dynamisch: Zahlreiche Züge standen entweder auf offener Strecke oder an Bahnhöfen. Tausende Reisende strandeten und waren gezwungen, bis tief in die Nacht auszuharren.

Ein erster Hinweis auf das Ausmaß der Störung erschien um 22:30 Uhr im offiziellen DB-Newsblog. Dort hieß es, dass „aufgrund einer bundesweiten Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R vorläufig alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten werden”. DB-Techniker arbeiteten „mit Hochdruck” an der Behebung des Problems. In einer Stellungnahme gegenüber der Bild-Zeitung erklärte Bahn-Chefin Evelyn Palla zu diesem Zeitpunkt:

„Wir versuchen jetzt, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen, damit die Reisenden aussteigen können. Und dann müssen wir das Problem, das wir noch nicht kennen, beheben.”

Die Folgen waren sofort sichtbar: An den Bahnhofsinformationen bildeten sich lange Schlangen. Taxi- und Fahrdienste sowie Hotels und Pensionen in Bahnhofsnähe profitierten von einer unerwarteten Nachfrage.

Gegen 0:30 Uhr konnte die DB dann vermelden: „Störung des Zugfunks behoben, Verkehr läuft wieder an”. In einer weiteren Mitteilung um 6:30 Uhr am Mittwoch hieß es, dass der Bahnverkehr durch die „rasche Problembehebung in der Nacht” am Morgen „weitgehend reibungslos angelaufen” sei. Allerdings warnte das Unternehmen: „Vereinzelt kann es noch zu Einschränkungen kommen” – ein wichtiger Hinweis für Berufspendler und andere Reisende.

Nach Bekanntwerden der Störung mussten Züge aus Sicherheitsgründen sofort anhalten oder den nächsten Bahnhof ansteuern und dort verweilen. Dies betraf nicht nur den Fernverkehr, sondern auch die S-Bahnen vieler Städte. Zur technischen Hintergrundinformation erklärte die DB: „Der Bahnfunk GSM-R dient der Kommunikation zwischen den Leitstellen und den Zügen. Der spezielle Mobilfunkstandard soll die Kommunikation eigentlich ausfallsicher machen und vor Überlastungen des regulären Mobilfunks schützen.”

„Wir konnten mit einem Notfallsystem die Lage stabilisieren”, sagte DB-Konzernchefin Evelyn Palla am Mittwochmorgen der Bild-Zeitung. Die Ursache für das Problem „müssen wir jetzt klären”, fügte sie hinzu. Zumindest, so Palla, „fahren nun alle Züge wieder”. Der Verband der privaten Güterbahnen forderte am Morgen eine gründliche Aufarbeitung. Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger betonte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Die Ursache darf nicht allein durch eine ‘Selbstauskunft’ der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden.” Die privaten Güterbahnen stehen mit der DB Cargo, der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn, in direktem Wettbewerb.

Bereits im Oktober 2022 war das Zugfunksystem GSM-R in Norddeutschland ausgefallen.

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