In der Stadt Datteln im Kreis Recklinghausen, die rund 35.000 Einwohner zählt, sind gleich mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Während die Stadtverwaltung von vier Bomben spricht, berichtet der WDR sogar von sechs. Jede dieser Bomben wiegt 250 Kilogramm und wäre bei einer Explosion in der Lage, eine beträchtliche Zahl umliegender Gebäude zu zerstören.
Die sechs Fliegerbomben, die vermutlich bei schweren Luftangriffen am 7., 9. und 14. März 1945 abgeworfen wurden, kamen bei Arbeiten zum Ausbau des Breitbandnetzes ans Licht. Nach der Bestätigung, dass es sich tatsächlich um Bomben handelte, wurden umgehend 3.300 Anwohner evakuiert. Darunter befanden sich auch eine Schule und zwei Kindertagesstätten. Die Evakuierung startete um 11:30 Uhr, nachdem die Vorbereitungen bereits am Vortag angelaufen waren. Innerhalb weniger Minuten, kurz vor 14 Uhr, war die Evakuierung abgeschlossen. Insgesamt waren etwa 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und verschiedenen Hilfsorganisationen beteiligt.
Nach Angaben der Stadt handelte es sich um britische und amerikanische Fliegerbomben, was die Arbeit für den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg erheblich erschwerte. Trotz dieser Herausforderung gelang die Entschärfung bereits um 16:37 Uhr erfolgreich.
Datteln ist im Kern eine Zechenstadt, und vermutlich war die Zeche Emscher-Lippe das Ziel der Bomben. Diese war aufgrund ihrer Benzolproduktion von strategischer Bedeutung. Am Ende des Krieges waren in Datteln nur zwölf Prozent der Häuser unbeschädigt geblieben.
Bereits im vergangenen Jahr war in derselben Straße in vier Metern Tiefe eine 250-Kilogramm-Bombe gefunden worden, was damals zur Evakuierung von tausend Anwohnern führte. Es ist keineswegs sicher, dass die heute entschärften Bomben die letzten Überreste des letzten Krieges im Boden dieser Stadt waren.
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