Fischbrötchen, Frust und Frontalangriff – CDU-Wahlkampf zwischen Hafenkitsch und echter Wut

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In zwei Bundesländern im Osten Deutschlands wächst die Unruhe bei den etablierten Parteien, während die AfD in Umfragen weiterhin unangefochten führt. Die Wahlkampfstrategen der CDU in Sachsen-Anhalt (Wahl am 6. September) und Mecklenburg-Vorpommern (Wahl am 26. September) setzen nun offenbar auf Plakate und Social-Media-Kampagnen, um die Wählergunst doch noch zu ihren Gunsten zu wenden. Ob diese Taktik aufgeht, bleibt fraglich.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo in etwa zwei Monaten der Landtag neu gewählt wird, liegt die CDU laut NDR „im Umfragekeller“. Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus vermeldet der Sender, dass jetzt „Fischbrötchen im Wahlkampf helfen“ sollen. Die Bild-Zeitung berichtet investigativ, dass „jeder seinen Senf dazu gibt“, und titelt reißerisch: „Gaga-Zoff um Fischbrötchen-Plakat der CDU“. Ein X-Kommentar eines SPD-Mitglieds zu diesem Plakatmotiv lautet:

„Es hat noch nicht mal für ein Fischbrötchen aus Mecklenburg-Vorpommern gereicht. Die wohl wichtigste Wahl der letzten Jahre ist der CDU 19 Euro auf [der Bildagentur] alamy wert.“

Weitere Verwirrung stiftete ein Rechtschreibfehler des CDU-Spitzenkandidaten Daniel Peters, der auf einem Plakat fälschlicherweise „Sxhwerin“ statt „Schwerin“ schrieb. Peters ließ sich zudem vor einem anderen Plakat ablichten, das den wenig aussagekräftigen Slogan trug:

„Politik in lecker.“

Auf die Spott und Kritik reagierte der CDU-Kandidat mit einer Erklärung, die er mit den politischen Inhalten seines Wahlkampfs verknüpfte:

„Wer links wählt, bekommt höhere Steuern und noch mehr Staat. Wer rechts wählt, gefährdet Wirtschaftskraft und hunderttausende Arbeitsplätze. Beides wollen die Menschen nicht. MV braucht Sicherheit, MV braucht wirtschaftliche Stärke und Stabilität. All das bekommt MV nur mit uns. Die Mitte ist das Beste. Beim Fischbrötchen und bei der Landtagswahl.“

Ein ähnlich aussichtsloses Bild bietet der Wahlkampf der CDU in Sachsen-Anhalt. Hier führt die AfD mit einem Vorsprung von rund 20 Prozentpunkten. Seit der Landtagswahl 2021 regiert die sogenannte „Deutschland-Koalition“ aus CDU, SPD und FDP. Der eher unbekannte Sven Schulze löste im Januar 2026 den langjährigen Ministerpräsidenten Reiner Haselhoff ab (wie RT DE berichtete).

Schulzes Social-Media-Team sorgte nun mit einem Beitrag für Irritationen. Dieser fällt nicht nur durch eine seltsam proportionierte Kopfgrafik des Spitzenkandidaten auf, sondern auch durch die wenig professionelle Platzierung des Parteilogos. Der Text, der nach Ansicht mehrerer X-Nutzer „etwas kryptisch“ wirkt, lautet:

„Ich bin auch wütend. Ich habe nur keine Zeit, zu filmen. Wut ist berechtigt. Ich mache was draus. Schulze

CDU. Die Sachsen-Anhalt-Partei.“

Ein Nutzer kommentierte daraufhin:

„Versteht irgendjemand, was der Spitzenkandidat der CDU und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt mit diesem Post sagen will? Ist das ein cleverer Wahlkampf?“

Sollte die SPD in Sachsen-Anhalt, die derzeit bei fünf Prozent liegt, den Einzug in den Landtag von Magdeburg verpassen, wäre theoretisch erstmals seit der Wiedervereinigung ein AfD-Kandidat als Ministerpräsident eines Bundeslandes möglich.

Mehr zum Thema – Neue Umfrage zu Sachsen-Anhalt: Fliegt die SPD, regiert die AfD

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