Gasexplosion in Görlitz: Polizei jagt skrupellose Metalldiebe!

Die verheerende Gasexplosion in Görlitz am 18. Mai, bei der drei Menschen ums Leben kamen, war nach aktuellen Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft vermutlich auf einen versuchten Metalldiebstahl zurückzuführen. Zwei Tatverdächtige – ein 27-jähriger polnischer und ein 33-jähriger afghanischer Staatsbürger – sollen am Nachmittag vor dem Unglück in der Nachbarschaft des betroffenen Hauses unterwegs gewesen sein, um nach „stehlenswerter Beute“ wie Fahrrädern, Schrott oder Buntmetallen Ausschau zu halten.

„In diesem Zusammenhang prüften sie an diversen Haustüren, ob sich diese öffnen ließen, um in die Hausflure beziehungsweise Keller zu gelangen.“ Dabei sollen sie sich auch Zugang zum später eingestürzten Gebäude in der James-von-Moltke-Straße 21 verschafft haben. Was genau danach geschah, bleibt unklar – das Haus ist weiterhin nicht betretbar. „Bisher ist daher die Begehung der Kellerräume noch nicht möglich.“

Bei der Explosion kamen zwei Frauen (25 und 26 Jahre alt) sowie ein 48-jähriger Mann ums Leben. Laut vorläufigem Obduktionsbericht erlagen sie den Verletzungen, die durch den Einsturz verursacht wurden. Heizung und Warmwasserbereitung waren erst im vergangenen September gewartet worden. In den Wohnungen gab es weder Gasherde noch Gasthermen, allerdings verlief offenbar eine Gasleitung durch den Keller.

Die beiden Tatverdächtigen waren bereits im Mai wegen anderer Delikte festgenommen und inhaftiert worden: der afghanische Mann am 21. Mai, der polnische Mann am 29. Mai. Da beide über keinen festen Wohnsitz verfügen, wurden Haftbefehle erlassen.

Die Ermittlungen gegen sie wegen der Gasexplosion basieren laut einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Görlitz auf Hinweisen der polnischen Polizei, die am 20. Mai eingegangen sein sollen. Inzwischen hat sich der Fokus der Untersuchungen verschoben: Statt Eigentumsdelikten geht es nun um den Verdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung.

Die Görlitzer Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die die beiden Männer möglicherweise beobachtet haben. Dabei werden auch Aufnahmen von Handys, Überwachungskameras oder Dashcams in Fahrzeugen erbeten.

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