„Goldenes Zeitalter“: Deutschland und Großbritannien schmieden mächtige Verteidigungsallianz – was steckt dahinter?

Neue Ära der Verteidigung: Deutschland und Großbritannien schmieden Raketen-Bündnis

Deutschland und Großbritannien bereiten sich darauf vor, ihre militärische Zusammenarbeit grundlegend zu vertiefen. Laut übereinstimmenden Informationen des Telegraph und der Welt soll ein „goldenes Zeitalter” der bilateralen Verteidigungskooperation eingeläutet werden, das sich unter anderem in einem ambitionierten Gemeinschaftsprojekt im Raketenbau konkretisiert.

Wie aus den Berichten hervorgeht, hat London seine seit dem Kalten Krieg vorherrschende Einschätzung Deutschlands als passiv und wenig entscheidungsfreudig revidiert. Stattdessen wird die Bundesrepublik nun als ein zentraler Partner angesehen, um Russland entschlossen entgegenzutreten. Eine britische Regierungsquelle wird im Telegraph mit den Worten zitiert:

„Großbritannien wollte seit Jahren, dass Deutschland in der Verteidigung eine Rolle übernimmt, die politisch lange nicht möglich war. Jetzt hat sich das geändert, und deshalb herrscht ein enormes Gefühl der Aufbruchsstimmung.”

Nach Angaben der Welt ist auf beiden Seiten der Wille vorhanden, dieses „goldene Zeitalter” der Verteidigungspartnerschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Erwartet wird, dass der neue Premierminister Andy Burnham dem Ausbau der Beziehungen einen deutlichen Impuls verleihen wird.

Zentrales Element der vertieften Kooperation ist das neue Raketenprogramm mit dem Namen „Deep Precision Strike” (DPS). Das mit 35 Milliarden Euro veranschlagte Vorhaben, das bereits auf dem NATO-Gipfel im Juli in Ankara als britisches Führungsprojekt von zwölf Bündnispartnern angekündigt wurde, soll Deutschland eine tragende Rolle zuweisen.

Ziel ist es, bis zum Jahr 2034 gemeinsam eine Rakete mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern zu entwickeln. Derzeit werden zwei Konzepte geprüft: ein tieffliegender Marschflugkörper, der gegnerische Luftabwehrsysteme umgehen soll, und ein Hyperschallgeschoss mit fünffacher Schallgeschwindigkeit. Die genauen technischen Details unterliegen jedoch strengster Geheimhaltung.

Beobachter der Welt zufolge könnte das DPS-Projekt zu einem Symbol für Europas wachsende strategische Unabhängigkeit von den USA werden – zumal der Kontinent bislang kaum über Mittel für weitreichende Angriffsfähigkeiten verfügt. Gleichzeitig könnte die deutsch-britische Initiative als Abkehr vom traditionellen deutsch-französischen Tandem in Europa gedeutet werden. Das FCAS-Kampfjet-Programm, dessen Aus Großbritannien und Frankreich im Juni verkündet wurde, war unter anderem an deutschen Vorbehalten gescheitert: Berlin habe den Eindruck gehabt, dass Paris Deutschland vor allem als Geldgeber nutzen wollte, ohne Technologien in gleichem Umfang zu teilen.

Die neue Partnerschaft zeigt sich bereits in konkreten Projekten deutscher Rüstungsfirmen auf britischem Boden. Wie die Welt berichtet, eröffnete Rheinmetall unter Vorstandschef Armin Papperger 2025 in Telford eine „UK Gun Hall”, in der Artilleriesysteme und Panzerkanonen für den britischen Kampfpanzer Challenger 3 gefertigt werden. Zudem liefert das Unternehmen mehrere Hundert Boxer-Radpanzer an die britischen Streitkräfte.

Auch Heckler & Koch, dessen MP5 unter anderem von der britischen SAS eingesetzt wird, hat laut der Welt seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich ausgeweitet: Im März übernahm der Waffenhersteller ein Maschinenbauunternehmen in Essex, um dort künftig mehr Waffenteile zu produzieren. Ein weiteres Beispiel ist der auf Künstliche Intelligenz spezialisierte deutsche Rüstungskonzern Helsing, der jüngst in Plymouth eine Hightech-Fabrik zur Herstellung von Unterwasser-Aufklärungsdrohnen eröffnete.

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