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Stand 15. September 2026, 10:25 Uhr
Deutschland

Grenzkontrollen an Autobahnen weitgehend wirkungslos

Die von der Bundesregierung eingerichteten Grenzkontrollen an deutschen Autobahnen lassen sich offenbar leicht umgehen. Zahlen des BAMF zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Asylantragsteller nicht über kontrollierte …

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Grenzkontrollen an Autobahnen weitgehend wirkungslos

Die Bundespolizei hat auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Bundestag mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 24.865 Ausländer an den deutschen Grenzen abgewiesen wurden. Davon entfielen 20.095 auf die Landgrenzen, 4.573 auf Flughäfen und 197 auf Seegrenzen. Nur 1.576 der Abgewiesenen stellten einen Asylantrag, von denen wiederum 1.030 Einlass erhielten.

Diese Zahl steht im Widerspruch zu den offiziellen Asylstatistiken. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verzeichnete im selben Zeitraum 39.646 sogenannte Erstanträge. Demnach erreichten nur etwa 2,6 Prozent der Asylantragsteller Deutschland über kontrollierte Landgrenzen und Flughäfen, während mehr als 38.000 Personen auf anderen Wegen einreisten.

Der ehemalige Bundespolizist Jan Solwyn beschrieb im August, wie Migranten die Kontrollen umgehen: Bereitschaftspolizisten würden an den offiziellen Übergängen Personen abweisen, diese anschließend aber über unbewachte Strecken die Grenze passieren. Hubert Bruns, Bürgermeister der niederländischen Grenzstadt Nimwegen, bestätigte Anfang Juni im Deutschlandfunk, dass kleinere Landstraßen und Nebenwege faktisch unkontrolliert blieben, während Autobahnen wie die A3/A12 streng überwacht würden. Schleuser nutzten diese Lücke demnach gezielt aus.

Die Grenzkontrollen waren im Mai 2025 an allen deutschen Autobahnen eingerichtet worden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte im April, „große Teile" des Asylproblems seien gelöst. Eine Hochrechnung der Erstantragszahlen auf das gesamte Jahr 2026 käme auf etwa 80.000 Anträge.

Neben den direkten Asylanträgen führt der Familiennachzug zu weiterem Zuzug. Im Jahr 2025 kamen auf diesem Weg rund 250.000 Ausländer nach Deutschland, vor allem aus Afghanistan, Syrien, der Türkei und dem Irak. Zudem hielten sich im Frühjahr etwa 200.000 abgelehnte Asylbewerber und ausreisepflichtige Flüchtlingsanwärter in Deutschland auf, die nicht abgeschoben wurden.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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