Migranten in Sachsen-Anhalt nach AfD-Wahlsieg: Gemischte Stimmung
Eine Umfrage in Magdeburg zeigt ein differenziertes Bild der Stimmung unter Migranten nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt. Während sich ein Teil unbeeindruckt zeigt, warnen Organisationen vor einer Verschärfung der Lage.
Nach dem historischen Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt berichteten mehrere Medien von wachsender Unsicherheit unter Migranten. Der Deutschlandfunk beschrieb die Stimmung mit der Frage: „Bin ich in Sachsen-Anhalt noch sicher?“ Einige Medienberichte ließen vermuten, dass Migranten den Freistaat verlassen wollten.
Bereits vor der Wahl hatte der MDR unter der Überschrift „Wir sitzen auf gepackten Koffern“ über angebliche Wegzugspläne berichtet. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt gab damals an, dass nach eigenen Umfragen im Netzwerk 80 Prozent der Migranten über einen Wegzug nachdenken würden, sollte die AfD die Regierung führen.
Eine aktuelle Umfrage in Magdeburg ergibt nun ein gespalteneres Bild. Eine kleine Mehrheit der Befragten wies Ängste zurück mit dem Satz: „Angst haben wir sowieso nicht.“ Damit bestätigt sich die vor der Wahl kolportierte Fluchtbereitschaft nicht flächendeckend.
Gleichwohl verschärfte sich nach der Wahl der öffentliche Ton. Die Türkische Gemeinde in Sachsen-Anhalt bezeichnete es als „unzumutbar“, Asylbewerber in das Bundesland zu schicken. In einer Warnung hieß es: „Wir dürfen nicht erst reagieren, nachdem Menschen getötet wurden.“
Die Organisation drückt damit die Sorge aus, dass die politische Entwicklung zu einer Eskalation der Gewalt gegen Migranten führen könnte. Die Aussage impliziert eine erwartete Zunahme von Angriffen, die präventive Maßnahmen erfordere.