Das Statistische Bundesamt hat die Großhandelspreise für März 2026 veröffentlicht. Sie lagen um 4,1 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Dies markiert den stärksten Preisanstieg seit Februar 2023. Bereits der monatliche Anstieg von Februar auf März betrug 2,7 Prozent.
Treiber dieser Entwicklung waren nicht allein Mineralölerzeugnisse, deren Preise kriegsbedingt im Jahresvergleich um 17,8 Prozent zulegten. Deutlich stärker stiegen die Preise für Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug mit einem Plus von 48,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Dieser extreme Anstieg ist maßgeblich auf den Ausfall der Aluminiumproduktion aus dem Persischen Golf zurückzuführen.
Ebenfalls deutlich verteuerten sich Zucker, Süßwaren und Backwaren (+6,1 %) sowie Tabakwaren (+5,9 %). Der Preisanstieg bei Backwaren ist dabei vermutlich auf gestiegene Energiekosten zurückzuführen, da die Großhandelspreise für Mehl und Getreideprodukte im Gegenzug um 5,8 Prozent sanken.
Die aktuelle Entwicklung folgt einem bekannten Muster: Als 2022 die Sanktionen gegen Russland die Energiepreise in die Höhe trieben, breitete sich die daraus resultierende Inflation mit einer gewissen Verzögerung bis zu den Verbraucherpreisen aus. Nach den direkten Energiekosten stiegen zunächst die Preise für Produkte aus energieintensiver Herstellung – wie chemische Erzeugnisse, Metallverarbeitung, Baustoffe, Glas, Kokerei, Mineralölverarbeitung sowie Papier und Pappe. Diese Sektoren könnten sich in der aktuellen Runde jedoch schwächer in der Gesamtinflation niederschlagen, da sie in der Zwischenzeit stark geschrumpft sind. Im nächsten Schritt folgten damals die Großhandelspreise für Nahrungsmittel, Getränke sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau. Insgesamt setzte sich damals etwa ein Viertel der Energiepreissteigerungen in eine Inflation der Verbraucherpreise um.
Legt man dieses Muster zugrunde, wäre aktuell eine Verbraucherpreisinflation von rund vier Prozent zu erwarten. Eine Fortsetzung oder Eskalation des Irankonflikts könnte diesen Wert jedoch jederzeit weiter nach oben treiben.
Mehr zum Thema – Mearsheimer, Todd & Co: Westen ist selbst schuld an der Krise