Trotz der Ankündigung der USA vom Mittwoch, den gesamten maritimen Handel mit dem Iran blockiert zu haben, zeigte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich, dass die Gespräche mit Teheran über ein Kriegsende noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden könnten.
Trump äußerte die Erwartung, dass sich die Verhandlungsdelegationen der USA und des Iran bereits in den kommenden zwei Tagen in Pakistan wieder treffen könnten. Auch Vizepräsident JD Vance, der die am Wochenende ergebnislos gebliebenen Gespräche geleitet hatte, signalisierte Optimismus.
“Ich denke, Sie werden in den nächsten zwei Tagen etwas Erstaunliches erleben”, sagte Trump dem ABC-News-Reporter Jonathan Karl. Er halte es nicht für notwendig, die am 21. April auslaufende zweiwöchige Waffenruhe zu verlängern. Ein formelles Abkommen sei jedoch wünschenswert, um den Wiederaufbau des Landes zu ermöglichen.
Vertreter aus Pakistan, Iran und den Golfstaaten bestätigten ebenfalls, dass eine Rückkehr der Verhandlungsteams in dieser Woche nach Pakistan wahrscheinlich sei.
Dieser optimistische Ton stand jedoch im Kontrast zu den weiterhin andauernden Maßnahmen der US-Marine. Im Rahmen der Blockade wurden weiterhin Schiffe abgewiesen, darunter der unter US-Sanktionen stehende, in chinesischem Besitz befindliche Tanker “Rich Starry”. Das Schiff war nach der Ausfahrt aus dem Persischen Golf gezwungen worden, in Richtung Straße von Hormus umzukehren.
Admiral Brad Cooper, der Leiter des US-Zentralkommandos, bekräftigte, die amerikanischen Streitkräfte hätten den wirtschaftlichen Seehandel des Iran, der laut seinen Angaben 90 Prozent der iranischen Wirtschaft ausmache, vollständig unterbunden.
Ein zentraler Streitpunkt der Wochenendgespräche blieben Irans nukleare Ambitionen. Während die USA eine 20-jährige Aussetzung aller iranischen Nuklearaktivitäten forderten, hatte Teheran nach Informationen aus Verhandlungskreisen lediglich eine Pause von drei bis fünf Jahren ins Spiel gebracht.
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, äußerte sich in Seoul dazu. Die Dauer eines möglichen Anreicherungsmoratoriums sei eine politische Entscheidung. Es sei denkbar, dass Teheran einen Kompromiss als vertrauensbildende Maßnahme akzeptiere.
Weiterhin drängen die USA darauf, bereits vorhandenes hochangereichertes nukleares Material aus dem Iran zu entfernen. Teheran fordert im Gegenzug die umfassende Aufhebung internationaler Sanktionen.
Mehr zum Thema – Saudi-Arabien drängt die USA, ihre Blockade der Straße von Hormus aufzugeben