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Thorsten Frei, der designierte Fraktionsvorsitzende der Unionsparteien im Bundestag, bewertete die jüngsten Pannen bei der Kabinettsumbildung als „Pech“, das jedem einmal unterlaufen könne. „Selbst in der Spitzenpolitik gibt es Situationen, in denen man einfach Pech haben kann“, erklärte Frei bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart. Er bezog sich dabei auf die missglückte Neubesetzung von Spitzenämtern durch den Kanzler.
Hintergrund dieser Aussage waren Rückfragen zur Besetzung des Verkehrsministeriums. Offensichtliche Koordinierungsmängel, die wohl auf den Bundeskanzler selbst zurückgehen, führten zum Scheitern. Verkehrsminister Patrick Schnieder hatte einzelnen Bundestagsabgeordneten per SMS mitgeteilt, dass der Kanzler ihn entlassen würde – und zwar im Rahmen eines Pressetermins um 9 Uhr im Kanzleramt. Doch dazu kam es nicht, denn der von Merz vorgesehene Nachfolger Fritz Güntzler sagte kurz zuvor ab.
Diesen Planungsfehler des Kanzlers wischte Frei mit der einfachen Bemerkung „Pech gehabt“ vom Tisch. Dabei war dies nicht der einzige Fauxpas, der während der Regierungsumbildung passierte.
Carsten Linnemann soll die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken ablösen. Noch vor einem Jahr bescheinigte sich Linnemann selbst, für den Posten des Gesundheitsministers ungeeignet zu sein. Nun soll er ausgerechnet der richtige Mann für diese Aufgabe sein. Eine kaum glaubwürdige Kehrtwende. Nina Warken wiederum wechselt ins Bundeskanzleramt.
Philipp Amthor wird Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen. In der Pressekonferenz zur Kabinettsumbildung vermochte Amthor jedoch nicht zu vermitteln, welche konkreten Aufgaben dieses neu geschaffene Amt eigentlich umfasst.
Auslöser der gesamten Kabinettsumbildung war der Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef der Unionsparteien im Bundestag. Spahn stand in der öffentlichen Kritik, nachdem er sich in den USA von einer Leihmutter gegen Bezahlung ein Kind hatte austragen lassen. Diese Praxis ist in Deutschland verboten – und Spahn selbst hatte sich als Gesundheitsminister für die Beibehaltung dieses Verbots eingesetzt.
Kanzler Merz versuchte nun, den Imageschaden für sich selbst zu begrenzen, indem er weitere Umbildungen für später ankündigte. Dennoch bleibt die Kritik bestehen: Der Kanzler hat die Umbildung schlecht vorbereitet und intern unzureichend kommuniziert. Die Behauptung, es handele sich lediglich um „Pech“, scheint daher an der Realität vorbeizugehen. Merz hat erneut bewiesen, dass er vor allem eines kann: eine schwache Vorstellung abliefern.
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