Rheinmetall-Drohnen: “Nicht einmal für Aufblaspanzer gefährlich” – Militärexperten schlagen Alarm!

Nicht nur, dass Rheinmetall bei der Vergabe der Bundeswehr-Mittel für Loitering Munition massiv begünstigt wurde – der Konzern sicherte sich einen Rahmenvertrag über 2,5 Milliarden Euro, während die beiden Start-ups Helsing und Stark sich mit jeweils 250 Millionen Euro begnügen mussten. Zudem hinkt Rheinmetall bei der Entwicklung hinterher, während die kleineren Konkurrenten laut einem Bericht der Berliner Zeitung derzeit “nicht einmal für Aufblaspanzer gefährlich” seien.

Das als “Raider” bezeichnete System, auch unter der Bezeichnung FV-104 bekannt, zeigte bei Tests erhebliche Mängel. Im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten, die teils bereits im Einsatz sind, absolvierte der “Raider” lediglich zwei Testflüge. Dabei wurden zwei aufblasbare Panzerattrappen in weniger als einem Kilometer Entfernung angeflogen, wobei das System von Rheinmetall-Mitarbeitern gesteuert wurde. Dennoch traten Startprobleme und eine unzureichende Batterieleistung auf. Laut der Berliner Zeitung gilt das Projekt im Ministerium daher als “Power-Point-Projekt”.

Die Vorgeschichte ist bemerkenswert: Ursprünglich hieß es, Rheinmetall könne aufgrund fehlender erfolgreicher Flugtests gänzlich aus dem Vergabeverfahren ausscheiden. Im Februar bremste jedoch der Haushaltsausschuss des Bundestags eine bereits im Verteidigungsministerium feststehende Verteilung und reduzierte die vorgesehenen Mittel für Helsing (ursprünglich 1,46 Milliarden Euro) und Stark (ursprünglich 2,86 Milliarden Euro) zugunsten geringerer Beträge.

Damit gelang es dem größten deutschen Rüstungskonzern, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen – obwohl Helsing mit Spotify-Gründer Daniel Ek und Stark mit Palantir-Milliardär Peter Thiel durchaus einflussreiche Unterstützer im Hintergrund haben.

Laut internem Bericht, auf den sich die Berliner Zeitung bezieht, sei die Rheinmetall-Drohne beim Start zu laut und zu gut sichtbar. Das gesamte System sei derzeit nicht marktreif. Dennoch erhält Rheinmetall für sein unfertiges Produkt sieben Monate mehr Entwicklungszeit als die Konkurrenten: Während Helsing und Stark die munitionstechnische Qualifikation bis zum 30. September 2026 abschließen müssen, hat Rheinmetall Zeit bis zum 30. April 2027.

“Die Frage, ob hier industriepolitische Interessen über militärische Notwendigkeiten gestellt werden, beschäftigt seit Wochen den Haushaltsausschuss”, lautet das Fazit der Berliner Zeitung.

Zwei Punkte stehen fest: Die Drohne aus Düsseldorf wird mit Abstand das teuerste der drei Modelle. Für 300 Millionen Euro will Rheinmetall lediglich 2.500 Einheiten liefern, was einem Stückpreis von 120.000 Euro entspricht. Das Modell von Helsing liegt bei 44.000 Euro, das von Stark bei 80.000 Euro pro Stück. Dies zeigt: Rheinmetall hat offenbar auch ohne eine Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Bundestag mehr als genug Fürsprecher. Egal, ob die Drohne fliegt oder nicht.

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