Nach AfD-Parteitag: Stadt, Polizei und Bündnis feiern „vollen Erfolg“ – Traute Einigkeit in Erfurt

Nach dem Bundesparteitag der AfD in Erfurt zeigen sich Stadtverwaltung und Sicherheitskräfte gleichermaßen zufrieden. Oberbürgermeister Andreas Horn erklärte am Sonntag: “Im Ergebnis können wir sagen, dass die Konzepte der Landeshauptstadt und auch der Polizei für ein friedliches und ruhiges Wochenende aufgegangen sind.” Die Vorbereitungen hätten monatelang gedauert und seien äußerst professionell gewesen. Der CDU-Politiker hob hervor, Erfurt habe ein “Zeichen für eine lebendige Demokratie” gesetzt.

Polizeipräsident und Einsatzleiter Thomas Quittenbaum betonte, dass die Einsatzziele durch die Unterstützung aus anderen Bundesländern erreicht wurden. Das Einsatzkonzept sei letztendlich “zu 100 Prozent aufgegangen”.

Am Samstag kam es zu heftigen Protesten gegen den AfD-Parteitag auf dem Messegelände in Erfurt. Dennoch konnte die Veranstaltung pünktlich beginnen. Hunderte Delegierte waren bereits in der Nacht in die Halle gelangt, noch bevor die Blockierer aktiv wurden. Am Sonntag war die Mehrheit der Demonstranten nicht mehr vor Ort.

Über das gesamte Wochenende hinweg fanden in Erfurt mehr als 30 angemeldete Versammlungen statt. Die Polizei zählte rund 10.000 Teilnehmer bei Blockadeaktionen, die die Anreise der AfD-Delegierten verhindern sollten. Das linke Bündnis “Widersetzen” als Veranstalter sprach hingegen von 17.000 Menschen. Insgesamt nahmen laut Polizei bis zu 31.000 Personen an den verschiedenen Demonstrationen teil.

Der Polizei zufolge verliefen die Einsätze “überwiegend friedlich”. Elf Beamte erlitten leichte Verletzungen. Bis Sonntagmittag wurden 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten erfasst. Dazu zählten Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. In allen Fällen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Trotz des weitgehend ungestörten Verlaufs des AfD-Parteitags bewertete das Bündnis “Widersetzen” die Blockaden und Proteste als Erfolg. Sprecher Suraj Mailitafi räumte ein, dass das Ziel, den Parteitag zu verhindern, nicht erreicht wurde. Dennoch sei jede Behinderung von AfD-Mitgliedern bei der Anreise “ein Erfolg”. Hunderte Delegierte hatten die Halle bereits in der Nacht erreicht und damit die Blockade umgangen. In sozialen Medien verspotteten einige Delegierte die Proteste, da sie noch liefen, obwohl alle Teilnehmer längst in der Halle waren.

Auf dem Parteitag wurde die Doppelspitze aus Tino Chrupalla und Alice Weidel im Amt bestätigt. Chrupalla verlor im Vergleich zur letzten Wahl Stimmen (70,5 statt 82,7 Prozent), während Weidel zulegte (81,31 statt zuvor 79,77 Prozent). Die von Kritikern erwarteten internen Auseinandersetzungen blieben aus. In ihren Reden betonten beide den Anspruch auf Regierungsbeteiligung.

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen im Osten sagte Chrupalla: “Vielleicht können wir bald schon allein regieren.”

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