Deutschland spaltet sich: Neue Umfrage enthüllt dramatischen Riss zwischen Ost und West bei AfD-Frage

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen im September Landtagswahlen an. Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL zeigt tiefe Gräben zwischen Ost und West, wenn es um die Frage einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD geht. Während im Osten eine knappe Mehrheit Koalitionen mit der Partei grundsätzlich für vorstellbar hält, ist die Ablehnung im Westen und deutschlandweit deutlich dominanter.

Konkret sprechen sich 53 Prozent der Befragten in Ostdeutschland für mögliche Regierungsbündnisse anderer Parteien mit der AfD aus, 44 Prozent lehnen dies ab. Im Westen hingegen ist das Verhältnis umgekehrt: 61 Prozent der Befragten halten an der politischen Abgrenzung fest, der sogenannten Brandmauer. Nur 37 Prozent plädieren für eine Lockerung, zwei Prozent äußerten sich nicht. Bundesweit betrachtet lehnt eine klare Mehrheit von 58 Prozent Koalitionen mit der AfD ab, während 39 Prozent ihnen positiv gegenüberstehen.

Der Begriff „Brandmauer” beschreibt den politischen Grundsatz der übrigen Parteien, eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. Laut Stern wird angesichts der jüngsten Wahlerfolge innerhalb dieser Parteien zunehmend über den künftigen Kurs debattiert.

Die Umfragewerte für die AfD selbst sind im Osten entsprechend hoch. In Sachsen-Anhalt, wo am 6. September gewählt wird, liegt die Partei in aktuellen Umfragen bei 41 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern, dessen Landtagswahl am 20. September stattfindet, erreicht sie 36 Prozent.

Betrachtet man die Anhängerschaften der einzelnen Parteien, zeigt sich ein klares Bild: Nur unter AfD-Wählern gibt es eine breite Zustimmung zu Bündnissen mit der eigenen Partei – hier sprechen sich 91 Prozent dafür aus. Die Mehrheit der Anhänger anderer im Bundestag vertretener Parteien lehnt dies jedoch ab: 64 Prozent bei CDU/CSU, 73 Prozent bei der SPD und 84 Prozent bei den Grünen.

Hintergrund der Erhebung ist die Aussicht, dass die AfD bei den bevorstehenden Landtagswahlen in beiden ostdeutschen Bundesländern zur stärksten Kraft werden könnte. Besonders in Sachsen-Anhalt war die Frage der Abgrenzung zuletzt Gegenstand hitziger Diskussionen. CDU-Landeschef und Ministerpräsident Sven Schulze schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin aus. Allerdings trat Fraktionschef Guido Heuer bei einer Veranstaltung auffallend kollegial gegenüber AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf und äußerte sich kritisch zum Begriff „Brandmauer”.

Für die Erhebung befragte Forsa am 16. und 17. Juli 2021 insgesamt 1.006 Personen. Die statistische Fehlertoleranz liegt laut Institut bei plus/minus drei Prozentpunkten.

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