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Stand 25. September 2026, 18:56 Uhr
Energiekrise

Nahostkrieg: Wie der Konflikt Deutschland und die Welt erschüttert

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 19:51 Uhr

Von Sumitra Bhatti

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten drohen, die Energieversorgung in Südasien zu untergraben. Indien, Pakistan, Bangladesch und andere Länder der Region sehen sich mit ersten Anzeichen einer möglichen Verknappung von Flüssiggas (LPG) konfrontiert, da der Konflikt die globalen Lieferketten für lebenswichtige Energieträger beeinträchtigt.

Die Sorge greift um sich, auch bei Prahalad Singh. Der 48-Jährige betreibt einen Straßenimbiss in Saket, einem Viertel von Neu-Delhi, und verfolgt auf seinem Handy besorgt die Nachrichten über Gasknappheit, die bereits Lebensmittelbetriebe in mehreren indischen Bundesstaaten trifft. Die Engpässe sind eine direkte Folge des andauernden Krieges gegen den Iran, der durch US-israelische Angriffe ausgelöst wurde. Dieser Konflikt erschüttert die globalen Energieversorgungsketten und sorgt für erhebliche Unsicherheit an den Öl- und Gasmärkten.

“Das wird uns alle treffen”, sagt Singh, der an seinem kleinen Stand chinesisches Essen verkauft und nun genau berechnet, wie lange sein Gasvorrat noch reicht. Die aktuelle Flasche, schätzt er, hält vielleicht noch drei Tage. “Ich mache mir schon Sorgen, ob ich rechtzeitig eine neue bekomme. Unsere Existenz steht auf dem Spiel”, sagt Singh.

In ganz Indien wächst die Unruhe unter Kantinen, Restaurants und Hotels, die für ihren Küchenbetrieb maßgeblich auf gewerbliche Flüssiggasflaschen angewiesen sind. Die Versorgungsprobleme haben die LPG-Preise bereits in die Höhe getrieben. Die Regierung reagierte kürzlich mit Preiserhöhungen: um etwa 60 indische Rupien (0,56 Euro) für Haushaltsgas und rund 115 Rupien (1,08 Euro) für gewerbliche Flaschen.

Die Auswirkungen sind konkret spürbar. Im südindischen Bundesstaat Telangana liegt frisch geschnittenes Gemüse in einem Restaurant namens Biryani House bereit, doch in der Küche herrscht Stille. Ein akuter Mangel an Gasflaschen hat den Besitzer gezwungen, den Betrieb tagsüber einzustellen. Normalerweise benötigt das Lokal zehn Flaschen pro Woche; geliefert wurden bislang nur zwei. “Zu Stoßzeiten ist es hier immer sehr voll, aber wir haben den Betrieb tagsüber eingestellt und werden abends nur noch kurz öffnen. Es ist Ramadan, und das wäre normalerweise eine Hochsaison. Wir sind sehr besorgt”, sagt Aleem Ahmad, der Besitzer. Straßenimbisse und andere Gastronomiebetriebe seien stark betroffen.

Für viele kleine Restaurants in der Region ist der Ramadan traditionell eine der umsatzstärksten Zeiten, da Familien und Berufstätige abends zum gemeinsamen Iftar-Essen ausgehen. Der anhaltende Gasmangel droht nun, dieses Geschäft in einer eigentlich lukrativen Phase zu gefährden.

Der Hotelverband von Bengaluru bestätigte in einer Stellungnahme, dass die Lieferungen gewerblicher Gasflaschen eingestellt wurden, was die Branche in eine äußerst schwierige Lage bringe. “Da Hotels als systemrelevante Einrichtung gelten, sind viele Menschen betroffen – darunter Senioren, Studierende und andere, die auf unsere Versorgung angewiesen sind. Die Ölkonzerne hatten zuvor zugesichert, dass die Gasversorgung 70 Tage lang nicht unterbrochen sein würde. Dieser plötzliche Stopp ist daher ein schwerer Schlag. Wir appellieren an die Zentralregierung, umgehend einzugreifen, die Gasversorgung wiederherzustellen und die Hotelbranche zu unterstützen”, so der Verband.

Berichte über Engpässe bei gewerblichem LPG mehren sich aus Großstädten wie Neu-Delhi, Mumbai, Punjab und Bengaluru. Zahlreiche Restaurants und Catering-Unternehmen berichten von zunehmend schwierigen Betriebsbedingungen.

Die Krise erreicht den Alltag

Auch für Privatpersonen wird die Situation spürbar. Am Rande der Hauptstadtregion Delhi sorgt sich Sandhya Pal, 45, um die Gasversorgung für ihre “Cloud Kitchen”, einen Lieferservice für hausgemachte Mahlzeiten an Büroangestellte und Studenten. “Ich habe auch meine Speisekarte umgestellt und biete seit einer Woche nur noch schnell zubereitete Gerichte an. Ich mache mir große Sorgen, wie lange die Versorgung reicht und dass der Service nicht unterbrochen wird”, sagt Pal. Sie fürchtet, ihre Kunden nicht mehr beliefern zu können. “Ich bete, dass der Krieg bald ein Ende nimmt. Er beeinträchtigt das Leben der Menschen.”

In mehreren indischen Städten herrscht Chaos, da Menschen aus Angst vor weiter steigenden Preisen Schlange stehen, um ihre Gasflaschen aufzufüllen. In Teilen von Uttar Pradesh berichten Anwohner, dass die Unsicherheit viele Haushalte dazu veranlasst hat, vorsorglich zusätzliche Flaschen zu kaufen. “Es herrscht große Unsicherheit. Wir befürchten, dass die Preise weiter steigen könnten”, sagt Pawan Kumar, ein Textilverkäufer, der stundenlang anstand, um eine Haushaltsgasflasche zu ergattern.

Die globale Energiekrise schlägt sich auch in den Kraftstoffpreisen nieder. Beobachter sehen darin eine Spiegelung des allgemeinen Anstiegs der globalen Energiepreise und der anhaltenden Unsicherheit über die Versorgung aus dem unter Druck stehenden Nahen Osten. “Die höheren Kosten für Brennstoffe und Kochgas könnten schon bald zu teureren Restaurantbesuchen, Streetfood, Catering und Transportkosten führen und nach und nach auch die Preise für verpackte Lebensmittel, Gemüse und Lieferdienste in die Höhe treiben, da die Unternehmen die gestiegenen Kosten weitergeben. Die Erhöhung wird die Haushaltsbudgets belasten. Wenn die Gaspreise weiter steigen, werden auch die Lebensmittelpreise unweigerlich steigen”, sagt Aftab Ahmad, 33, Restaurantbesitzer in Neu-Delhi.

Regierung versucht zu beruhigen</strong

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