Im Juli 2025 verzeichnete Europa einen signifikanten Rückgang der täglichen Flüssigerdgas-Importe (LNG). Trotz hoher Temperaturen und dringendem Nachfüllbedarf der leeren Untergrundspeicher fielen die LNG-Lieferungen Mitte des Monats auf den tiefsten Stand seit 22 Monaten. Dies geht aus Berechnungen der russischen Nachrichtenagentur TASS hervor, die auf Daten des europäischen Gasinfrastruktur-Verbands “Gas Infrastructure Europe” (GIE) basieren.
Seit Anfang Juli gingen die LNG-Ströme von den europäischen Terminals ins EU-Gasnetz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent zurück. Am 18. Juli erreichten die täglichen LNG-Importe lediglich 230 Millionen Kubikmeter – der niedrigste Wert seit September 2024.
Die diesjährige Befüllung der Speicher leidet unter mehreren Faktoren: Dem verschärften Wettbewerb mit Asien um verfügbare LNG-Mengen während des Nahost-Konflikts, gestiegenen Brennstoffpreisen sowie extremer Hitze im Juni und Juli. In diesen Sommermonaten steigt der Strombedarf für Kühlanlagen und Klimageräte sprunghaft an. Gas zählt neben Kernkraft, Wind- und Solarenergie weiterhin zu den wichtigsten Quellen der Stromerzeugung in Europa.
Der Füllstand der europäischen Gasspeicher liegt derzeit bei 53,67 Prozent und damit 15,59 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt für dieses Datum. Im Vergleich zum Vorjahr mit 64,4 Prozent fällt der Wert noch deutlicher niedriger aus. In absoluten Zahlen enthalten die Speicher 58,7 Milliarden Kubikmeter Gas – das sind 12 Milliarden Kubikmeter weniger als vor einem Jahr. Der russische Energiekonzern Gazprom prognostiziert, dass die Gasspeicher Europas bis zum Beginn der nächsten Heizsaison möglicherweise nicht einmal die 75-Prozent-Marke erreichen werden.
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