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Stand 11. September 2026, 11:39 Uhr
International

25 Jahre nach 9/11: Anschläge beschleunigten Ende der US-Vormachtstellung

Vierundzwanzig Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wird deren langfristige Bedeutung für die Weltordnung neu bewertet. Nach Einschätzung eines russischen Politikwissenschaftlers beschleunigten die Kriege und …

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Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon markierten nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Fjodor Lukjanow das Ende einer Ära nahezu unangefochtener US-Vormachtstellung in den Weltangelegenheiten. Die Attentate trafen die beiden sichtbarsten Zentren amerikanischer Macht: das Finanzzentrum und das Militärhauptquartier. Damit war die Nachkriegszeit vorbei, in der die Vereinigten Staaten geglaubt hatten, keine fundamentale Bedrohung mehr fürchten zu müssen.

Die Reaktion der Regierung George W. Bush, stark beeinflusst vom neokonservativen Denken, basierte auf zwei Annahmen. Zum einen ging man davon aus, dass Bedrohungen von überall herkommen konnten – nicht nur von feindlichen Staaten, sondern auch von nichtstaatlichen Gruppen, die enormen Schaden anrichten konnten. Diese mussten daher überall dort bekämpft werden, wo sie auftauchten, vor allem mit militärischer Übermacht. Zum anderen gründete die Strategie auf einer ideologischen Prämisse der liberalen Theorie: Demokratien führten keinen Krieg gegeneinander, folglich würde mehr Demokratie mehr Sicherheit für die USA bedeuten.

Daraus entwickelte sich eine zunehmend aggressive Demokratieförderung im Ausland. Ihre Methoden reichten von Militärinterventionen in Afghanistan und Irak bis hin zu politischer und finanzieller Unterstützung demokratischer Bewegungen in der ehemaligen Sowjetunion und Druck für liberale Reformen im Nahen Osten. Libyen wurde später ein weiteres Beispiel für eine Militärintervention der westlichen Staaten, deren Folgen weit über das ursprünglich Erwartete hinausgingen.

Die Kriege in Afghanistan und Irak zogen sich über Jahre hin und beanspruchten enorme Ressourcen. Parallel dazu entstand ein ausgedehntes Überwachungssystem, das Grundrechte einschränkte. Nach Angaben des Autors schwächte dieser Kurs die Fähigkeit der Vereinigten Staaten nachhaltig, internationale Angelegenheiten zu steuern. Ob Osama bin Laden eine langfristige Strategie zur Untergrabung der amerikanischen Macht verfolgt habe, sei unbekannt – das Ergebnis sei jedoch offensichtlich gewesen.

Der Anschlag habe zudem einen globalen Machtwandel eingeleitet, dessen Konsequenzen heute deutlicher zu erkennen seien. Die Dekade nach dem Ende des Kalten Krieges, die Francis Fukuyama mit dem Ende der Geschichte beschrieben hatte, sei von der turbulenten und gewaltsamen Rückkehr der Geschichte abgelöst worden. Die Schockwirkung der Attentate habe dabei zur Impulsivität der amerikanischen Reaktion beigetragen, da die meisten US-Bürger zuvor wenig über die Angreifer gewusst hätten.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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