Bauarbeiten am Weißen Haus führten zu Funkstörung bei Trump-Helikopter-Vorfall
Ein Funkversagen bei der Startmeldung von Marine One führte Anfang August zu einer gefährlichen Annäherung mit einem Passagierflugzeug in Washington. Ermittler machen nun auch Baumaßnahmen am Präsidentensitz mitverantwortlich.
Am 4. August kam es in der Luft über Washington zu einem brenzligen Zwischenfall, bei dem der Hubschrauber von US-Präsident Donald Trump beinahe mit einem Verkehrsflugzeug kollidierte. Nach Angaben von Bundesermittlern näherten sich Marine One und eine Maschine der Envoy Air bis auf etwa 1,5 Kilometer horizontal und nur 215 Meter vertikal an. Ein automatisches Kollisionswarnsystem aktivierte sich an Bord des Passagierjets, während die Piloten des Präsidenten-Hubschraubers das andere Flugzeug sichteten und vorübergehend den Flug unterbrachen.
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Nach üblichem Prozedere hätte Marine One die Fluglotsen drei Minuten vor dem Start informieren müssen. Aufzeichnungen zufolge erfolgte dieser Anruf, doch der Tower empfing die Warnung nicht. Die Funkstörung war den Beteiligten bereits bekannt: Eine Woche zuvor hatten Piloten von Marine One und Lotsen des Reagan-Flughafens über wiederholte Kommunikationsausfälle bei den Startmeldungen gesprochen.
Als Vorsichtsmaßnahme hatten sie vereinbart, dass eine andere Militäreinrichtung die Warnung weiterleitet, wenn die direkte Verbindung versagt. Auch dieses Ersatzsystem funktionierte am 4. August jedoch nicht. Die Ermittler führten die Probleme zum Teil auf Bauarbeiten am Weißen Haus zurück. Diese hatten Marine One gezwungen, einen provisorischen Startplatz mit schlechter Funkabdeckung zu nutzen. Der Bericht nannte das konkrete Bauprojekt nicht. Bekannt ist, dass am Präsidentensitz unter anderem ein neuer Ballsaal und ein permanenter Hubschrauberlandeplatz entstehen.
Die US-Luftfahrtbehörden haben inzwischen Funkausrüstung am Reagan National Airport umgesetzt, um die Kommunikation zu verbessern. Der Vorfall ereignete sich knapp zwei Jahre nach einer tödlichen Kollision in der gleichen Region. Im Januar 2025 waren ein Regionaljet von American Airlines und ein Black-Hawk-Helikopter der US-Armee zusammengestoßen, wobei alle 67 Insassen beider Maschinen ums Leben kamen.
Nach dieser Katastrophe hatten die zuständigen Behörden Hubschrauberflüge rund um den Reagan-Flughafen dauerhaft eingeschränkt und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, um Begegnungen zwischen Verkehrsflugzeugen und Hubschraubern zu verhindern. Gegenwärtig müssen kommerzielle Flüge unterbrochen werden, sobald Marine One den Luftraum des Flughafens nutzt.