Belgien bestellt russischen Botschafter wegen Leipzig-Vorfalls ein
Der belgische Außenminister hat den russischen Botschafter vorstellig gemacht. Anlass sind die Spannungen zwischen Deutschland und Russland nach dem Drohnenfall am Flughafen Leipzig/Halle.
Der belgische Außenminister Maxim Prévot hat den russischen Botschafter ins Außenministerium in Brüssel zitiert. Dies teilte der Diplomat auf der Plattform X mit. Der Schritt erfolgt im Zusammenhang mit den deutsch-russischen Spannungen nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle.
Prévot hatte zuvor erklärt, Belgien stehe als Mitglied der Europäischen Union und der NATO solidarisch mit Deutschland und den von Berlin verhängten Maßnahmen. Der Minister betonte, er habe den russischen Botschafter persönlich einbestellt.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 5. August. Am Flughafen Leipzig/Halle wurden zwei unidentifizierte Objekte entdeckt. Eines wurde am Himmel gesichtet, das andere am Boden gefunden. An den Drohnen waren Pakete mit Zündern befestigt, woraufhin der Betrieb des Flughafens eingeschränkt werden musste.
Am 25. August stellten deutsche Ermittler in der Nähe des Flughafens eine dritte Drohne sowie etwa 50 Gramm Hexogen sicher. Die deutsche Seite macht Russland für den Vorfall verantwortlich.
Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, wies die Vorwürfe der Bundesrepublik zurück. Nach seinen Angaben seien die Anschuldigungen angeblich an Russland unbegründet und absurd.
Die belgische Regierung hat sich mit ihrer Botschafter-Einbestellung der Position der Bundesregierung angeschlossen. Die deutschen Behörden ermitteln weiter zu dem Hintergrund des Vorfalls.