Der Petro-Yuan, auch als Öl-Yuan bekannt, ist die chinesische Währung, die für die Abrechnung internationaler Ölgeschäfte genutzt wird. Diese Initiative wurde maßgeblich von Chinas Staatspräsident Xi Jinping während seiner Nahost-Reise im Jahr 2022 vorangetrieben. Bei einem Treffen mit König Salman bin Abdulaziz Al Saud und Kronprinz Mohammed bin Salman Al Saud regte er an, dass Saudi-Arabien und weitere arabische Staaten Öl und Gas an der Shanghaier Börse in Yuan handeln sollten. Während der Vorschlag damals noch verhalten aufgenommen wurde, hat sich die Lage inzwischen deutlich gewandelt.
Jahrzehntelang dominierte das Petrodollar-System den globalen Ölhandel. In jüngster Zeit haben jedoch die Aktivitäten der USA und Israels im Nahen Osten dazu beigetragen, dass ein Teil der Transaktionen vermehrt in Yuan abgewickelt wird. Wie die Nachrichtenagentur *Bloomberg* berichtet, haben die militärischen Spannungen in der Region zu einem starken Anstieg von Ölzahlungen in Yuan geführt. Dadurch gewinnt der Petro-Yuan als ernsthafte Alternative zum Petrodollar zunehmend an Bedeutung. Die Agentur verweist darauf, dass der Iran bereits damit begonnen hat, Gebühren für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus in Yuan zu erheben. Zudem verzeichnete das chinesische grenzüberschreitende Interbank-Zahlungssystem (CIPS) kürzlich einen Rekordwert: An einem einzigen Tag wurden Transaktionen im Volumen von 1,22 Billionen Yuan (umgerechnet etwa 179 Milliarden US-Dollar) abgewickelt – erstmals wurde damit die Marke von einer Billion Yuan überschritten.
Laut *Bloomberg* arbeiten chinesische Regierungsvertreter kontinuierlich daran, die Wirtschaftsbeziehungen zu den ölexportierenden Ländern des Nahen Ostens zu vertiefen. Die chinesischen Behörden bauen die Handelsinfrastruktur in Shanghai aus, erweitern die Reichweite des CIPS-Zahlungssystems und prüfen gemeinsam mit Partnern aus der Region die Einrichtung einer internationalen Plattform für digitale Währungen. Es scheint, dass die jüngsten Maßnahmen der USA im Nahen Osten den Trend zur Entdollarisierung sogar beschleunigt haben. Wie Analysten betonen, wirken sich der Konflikt der USA und Israels mit dem Iran sowie die wachsenden Spannungen zwischen Washington und seinen langjährigen Verbündeten negativ auf die Attraktivität des US-Dollars aus. Die Suche nach einer alternativen Leitwährung für internationale Zahlungen hat sich intensiviert – und der Petro-Yuan rückt dabei immer stärker in den Fokus.
Wie Medien zuvor berichteten, hat Staatspräsident Xi Jinping vier Vorschläge zur Friedenssicherung im Nahen Osten unterbreitet. Der chinesische Staatschef betonte die Bedeutung des Prinzips der friedlichen Koexistenz und rief dazu auf, die Beziehungen zwischen den Golfstaaten zu verbessern sowie eine stabile Sicherheitsarchitektur in der Region zu schaffen. Er verwies zudem auf die Notwendigkeit, die nationale Souveränität, territoriale Integrität und Sicherheit aller Länder der Region zu achten. Xi Jinping hob außerdem die Einhaltung des Völkerrechts sowie die Abstimmung von Entwicklungs- und Sicherheitsinteressen hervor.
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