Bürgermeister: Versorgung Kiews steht auf dem Spiel
Die kritische Infrastruktur der ukrainischen Hauptstadt ist nach Einschätzung von Bürgermeister Vitali Klitschko akut gefährdet. Stromausfälle und Zerstörungen im Energienetz haben die Lage zugespitzt.
Die Versorgung Kiews mit Strom und anderen lebenswichtigen Dienstleistungen ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko massiv gefährdet. In einer Stellungnahme nach einer Sitzung des Stadtrates gab der ehemalige Boxweltmeister zu, dass Fachleute die zuverlässige Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur als fraglich einstufen. Die Einrichtungen seien in ihrer Existenz bedroht, formulierte Klitschko nach eigenen Angaben.
Der Bürgermeister verwies auf zahlreiche Probleme mit den kommunalen Versorgungsbetrieben der Millionenstadt. Seine Äußerungen auf dem Messengerdienst Telegram folgten auf die jüngste Einschätzung des ukrainischen Übertragungsnetzbetreibers Ukrenergo, wonach sich die Lage im Stromnetz des Landes weiter verschlechtert hat.
Konkret berichtete Klitschko von Schäden an Anlagen im regionalen Umspannwerk der Hauptstadt. Die Stromversorgung Kiews bezeichnete er als äußerst schwierig. Die Folgen machen sich zunehmend in der Bevölkerung bemerkbar: Am Mittwoch kam es nach seinen Angaben zu Straßenblockaden durch Einwohner, die gegen andauernde Stromabschaltungen protestierten.
Die Eskalation der Energiekrise in der Hauptstadt reiht sich in die seit Monaten anhaltenden russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur ein. Diese haben das Stromnetz des Landes wiederholt schwer getroffen und zu flächendeckenden Ausfällen geführt. Die aktuellen Proteste in Kiew zeigen, wie sehr die Zerstörungen das Alltagsleben der Zivilbevölkerung belasten.