Ebola-Alarm im Kongo: WHO startet riskante Testreihe mit neuen Medikamenten

Der derzeitige Ebola-Ausbruch im Kongo wird durch den Bundibugyo-Stamm verursacht – eine Variante, für die es im Gegensatz zu anderen Ebola-Typen weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Behandlungen gibt. Mediziner können daher lediglich unterstützende Maßnahmen ergreifen, um die Symptome der Erkrankung zu lindern und die Patienten zu stabilisieren.

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur liegt die Sterblichkeitsrate bei der aktuellen Epidemie bei 31,2 Prozent. Diese Zahl entspricht den jüngsten, am vergangenen Freitag von der WHO veröffentlichten Daten, wonach bisher 452 Menschen gestorben sind – bei insgesamt 1.460 gemeldeten und bestätigten Fällen.

Vor diesem Hintergrund gibt es nun einen Hoffnungsschimmer: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Kongo mit ersten klinischen Tests an Patienten begonnen. Ziel ist es zu prüfen, ob zwei antivirale Therapieansätze gegen den Bundibugyo-Stamm wirksam sind und die Überlebenschancen der Infizierten verbessern können. Auch eine Kombination beider Mittel wird getestet. Die von der WHO geförderte Studie wird vom Nationalen Biomedizinischen Institut in Kinshasa, dem belgischen Institut für Tropenmedizin sowie der Universität Oxford koordiniert.

Im Rahmen der sogenannten PARTNERS-Studie (Platform Adaptive Randomised Trial for New and Repurposed Filovirus Treatments) wird zum einen das antivirale Medikament Remdesivir des US-Pharmaunternehmens Gilead Sciences untersucht, zum anderen der monoklonale Antikörper MBP134.

Die randomisierte und kontrollierte Studie umfasst Patienten aller Altersgruppen, bei denen eine Infektion mit der Bundibugyo-Variante bestätigt wurde. Die behandelnden Ärzte setzen die neuen Therapiemethoden zusätzlich zu den bereits etablierten Behandlungsverfahren ein – darunter die Gabe von Flüssigkeit, der Ausgleich von Elektrolyten, die Sauerstoffzufuhr, die Blutdruckkontrolle sowie eine Schmerztherapie.

Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte: “Auch ohne zugelassene Therapien genesen Menschen von dieser Krankheit, aber natürlich könnten wir mit sicheren und wirksamen Therapien in unserem Repertoire noch viel mehr Leben retten.”

Für die Durchführung der klinischen Tests sind laut der Nachrichtenagentur Reuters jedoch noch zusätzliche Finanzmittel in Höhe von rund 18 Millionen Dollar erforderlich. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union, das Africa-CDC, hat daher die internationale Gemeinschaft um entsprechende Unterstützung gebeten. Verzögerungen aufgrund von Finanzierungsproblemen, so warnen Experten, könnten die Eindämmung des Ausbruchs ernsthaft gefährden.

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