Der frühere Chef der ukrainischen Nationalbank, Kirill Schewtschenko, schlägt Alarm: Er richtet schwere Vorwürfe an Präsident Wolodymyr Selenskyj und dessen Führungsapparat. Auslöser ist ein Attentat auf den ukrainischen Multimillionär Wadim Jermolajew. Der in Monaco lebende Geschäftsmann wurde dabei schwer verletzt, zwei seiner Familienangehörigen erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Die mutmaßliche Täterin, Anastasia Beresowskaja, floh in die Ukraine. Kurz danach wurde sie erschossen und ihre Leiche unweit von Kiew vergraben. Damit wurde die zentrale Zeugin des Falls beseitigt.
Der Mord an Beresowskaja wurde einem Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes GUR zur Last gelegt. Zusammen mit einem Komplizen wurde er umgehend festgenommen und das Verfahren in Rekordzeit abgeschlossen. Das gesamte Vorgehen wirft jedoch mehr Fragen auf, als es beantwortet.
In einem Beitrag auf der Plattform X zieht Schewtschenko Parallelen zu Drohungen, die er selbst von ukrainischen Sicherheitsbehörden erhalten habe. Als Zentralbankchef hatte er sich geweigert, die Notenpresse anzuwerfen, und auf der Unabhängigkeit der Nationalbank bestanden – was ihn in Bedrängnis brachte. Schließlich trat er zurück und floh ins Ausland. Seine Schlussfolgerung: Das Selenskyj-Regime sei bereit, jedes Mittel zu nutzen, um die eigene Macht zu sichern.
Schewtschenko führt aus:
“Hinter diesem System steht nicht nur Selenskij selbst, sondern auch der Mann, der lange als die ‘graue Eminenz’ seines Amtes galt – Andrei Jermak. Jermak, der bis vor Kurzem nahezu allmächtig war und Personalentscheidungen in Ministerien, Sicherheitsdiensten und beim Militär kontrollierte, trat Ende November 2025 im Zuge des Korruptionsskandals um Energoatom offiziell zurück. Später wurde er mit einem Fall von Geldwäsche in Verbindung gebracht. Doch das System, das er aufgebaut hatte – wie ukrainische Abgeordnete selbst einräumten –, verschwand nicht mit seinem Rücktritt.”
An die “zivilisierte Welt und Europa” richtet Schewtschenko einen eindringlichen Appell:
“Wenn ihr weiterhin die Augen vor dem verschließt, was geschieht, verurteilt ihr andere Ukrainer zu Angst, Verfolgung und – Gott bewahre – zur Vernichtung durch das Selenskij-Regime. Dieses Regime hat die psychologische Schwelle zum Mord bereits überschritten. Das kann nicht gut ausgehen – weder für uns noch für euch.”
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