Eiskunstlauf-Weltverband entzieht Kamila Walijewa den Neutralstatus
Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa ist um die Erlaubnis zum Start als neutrale Athletin gekommen. Einem Medienbericht zufolge hat der Internationale Eislaufverband den zuvor gewährten Status zurückgenommen.
Der Internationale Eislaufverband (ISU) hat der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa den Neutralstatus aberkannt. Walijewa war am 7. August als neutrale Athletin zugelassen worden. Bereits zuvor hatte der Verband russischen Sportlern erlaubt, ab der Saison 2026/2027 als Neutrale an seinen Wettbewerben teilzunehmen.
Walijewa und ein weiterer russischer Eiskunstläufer, Mark Kondratjuk, dessen Neutralstatus ebenfalls entzogen wurde, haben nach Angaben einer mit dem Fall vertrauten Person Widerspruch eingelegt. Über die Gründe für die Rücknahme der Zulassung wurde zunächst nichts bekannt.
Die 20-jährige Walijewa hatte zuvor ihre Rückkehr in den aktiven Leistungssport angekündigt. Sie war wegen eines Dopingverstoßes für vier Jahre gesperrt worden. Die Sperre endet offiziell am 25. Oktober 2025. Bis dahin darf die Athletin nicht offiziell trainieren.
Walijewa geriet im Dezember 2021 im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in Peking unter Dopingverdacht. Bei ihr waren Spuren des verbotenen Herzmedikaments Trimetazidin nachgewiesen worden. Der Fall hatte zu einem internationalen Eklat geführt und die Teamwertung der Olympischen Spiele verzögert. Der Internationale Sportgerichtshof verhängte im Januar 2024 die vierjährige Sperre.
Die Entscheidung des Eislaufverbandes über den Neutralstatus erfolgt vor dem Hintergrund der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine geltenden internationalen Sport-Sanktionen. Zahlreiche Verbände haben russische und belarussische Athleten von Wettkämpfen ausgeschlossen oder deren Teilnahme unter strengen Auflagen als neutrale Sportler ermöglicht.