Experte: Trumps Darstellung von CIA-Chef-Besuch in Moskau ist irreführend
Der unangekündigte Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Russland war nach Einschätzung eines russischen Wissenschaftlers alles andere als eine Routine-Reise. Donald Trump hatte den Moskau-Aufenthalt als gewöhnliche …
Der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist am 25. August in Moskau eingetroffen. Ein amerikanisches Militärtransportflugzeug vom Typ Boeing C-17 Globemaster III landete nach russischen Medienberichten zufolge am Morgen auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo. Der Besuch war zuvor nicht öffentlich angekündigt worden.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Moskau-Aufenthalt Ratcliffes als «bloße Routine-Reise». Diese Darstellung widerspricht nach Ansicht von Wladimir Wassiljew, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für USA und Kanada der Russischen Akademie der Wissenschaften, den offensichtlichen Umständen des Besuchs. Das bewusste Bemühen Trumps, den nicht im Voraus kommunizierten Besuch des CIA-Chefs als alltägliche Angelegenheit erscheinen zu lassen, bewertete der Experte als unglaubwürdig.
Wassiljew vermutet, dass Ratcliffe bei seinem Moskau-Besuch nicht nur mit Sergei Naryschkin, dem Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, zusammengetroffen ist. Nach seiner Einschätzung führte der CIA-Direktor auch Gespräche mit hochrangigen Vertretern der russischen Präsidialverwaltung. Der Experte schloss nicht aus, dass Ratcliffe eine persönliche Botschaft von Trump nach Moskau überbracht haben könnte.
Zudem äußerte Wassiljew die Vermutung, dass der CIA-Chef bei seinen Gesprächen in Moskau möglicherweise den Konflikt in der Ukraine zur Sprache gebracht haben könnte. Über den genauen Inhalt der Gespräche oder etwaige Ergebnisse wurde bislang nichts bekannt.