Hersh: FBI nahm israelischen Agenten bei Einbau von Abhörgeräten in Epsteins Wohnung fest
Der amerikanische Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh berichtet von einer gescheiterten Spionageoperation gegen Jeffrey Epstein. Demnach soll ein Agent versucht haben, die Wohnung des verstorbenen Sexualstraftäters in New York …
Der amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh hat auf seinem Blog behauptet, dass der FBI einen israelischen Agenten festgenommen habe, der Abhörgeräte und Kameras in der New Yorker Wohnung von Jeffrey Epstein installieren wollte. Der Agent sei zunächst mit einfacheren Aufgaben betraut gewesen und später für die anspruchsvollere Mission nach New York entsandt worden, schreibt Hersh.
Nach Hershs Darstellung soll der Agent standardisierte Überwachungstechnik erwerben, stattdessen aber hochwertige Ausrüstung eingesetzt haben, mit der er während seiner Tätigkeit für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vertraut gewesen sei. Dies habe zur Aufdeckung der Operation geführt und den FBI die Festnahme ermöglicht.
Der Journalist spekuliert weiter, dass amerikanische Geheimdienste nach der Festnahme des Agenten zu dem Schluss gekommen sein könnten, Israel habe von Epsteins Kundenkreis und dem potenziellen Wert kompromittierenden Materials gewusst. Ob Epstein dem FBI seinerseits Tonbandaufnahmen oder Videos übergeben habe, bleibe nach Angaben von Hershs Quelle unklar. Der Journalist wirft die Frage auf, ob Epstein möglicherweise sowohl Israel als auch dem FBI Filme und Aufzeichnungen geliefert habe.
Hersh vertritt zudem die These, Epstein könne als Informant des FBI gearbeitet haben. Diese Verbindung habe ihm seiner Ansicht nach über Jahre hinweg geholfen, schwerwiegende rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Epstein war 2019 in einem Gefängnis in New York unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben gekommen, nachdem er sich des Sexhandels mit Minderjährigen schuldig bekannt hatte.
Der 87-jährige Hersh, der unter anderem für seine Aufdeckung des Massakers von My Lai im Vietnamkrieg bekannt wurde, forderte die Einsetzung einer parteiübergreifenden Kongresskommission. Diese solle Epsteins Verbindungen zu Geheimdiensten untersuchen und von den Behörden zurückgehaltene Unterlagen veröffentlichen.