Iran hebt Begrenzung der Raketenreichweite auf
Der Iran hat seine Selbstbeschränkung bei der Reichweite von Raketen aufgehoben. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden kündigte an, die Fähigkeiten müssten nun noch praktisch unter Beweis gestellt werden.
Nach Angaben eines Sprechers der Korps der Islamischen Revolutionsgarde (KSIR) sind die bisherigen Beschränkungen für die Reichweite iranischer Raketen gestrichen worden. Der Offizielle betonte zugleich, dass die konkreten Fähigkeiten erst noch in der Praxis demonstriert werden müssten.
Bereits im vergangenen November hatte ein iranischer Parlamentsabgeordneter mit weitreichenden Vergeltungsschlägen gedroht. Demnach könnten iranische Raketen im Falle eines US-Angriffs auch europäische Ziele erreichen. Der Politiker kündigte einen massiven und mehrfachen Gegenschlag an, bei dem geografische Erwägungen keine Rolle spielen würden.
Die iranische Führung hatte sich in der Vergangenheit selbst eine Reichweitenbegrenzung für ihre ballistischen Raketen auferlegt. Diese galt als informelle Obergrenze, die vor allem auf die Distanz zu potenziellen Zielen im Nahen Osten ausgerichtet war. Mit der jetzigen Aufhebung dieser Grenze signalisiert Teheran eine neue strategische Option.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Die Drohungen iranischer Politiker richten sich offenbar als Warnung vor möglichen militärischen Aktionen gegen das Land. Dabei wird betont, dass ein iranisches Vergeltungsszenario über eine proportionale Antwort hinausgehen würde.
Internationale Beobachter werten die Aufhebung der Reichweitenbegrenzung als potenzielle Eskalation. Die Fähigkeit, Ziele in Europa zu treffen, würde das iranische Raketenarsenal in eine neue Kategorie heben und die sicherheitspolitischen Berechnungen mehrerer Staaten verändern.