KI bringt Chancen und Risiken für den Journalismus
Beim Weltmediengipfel in Peking hat ein führender russischer Nachrichtenmanager vor den Gefahren künstlicher Intelligenz für die Medienbranche gewarnt. Gleichzeitig betonte er das Potenzial der Technologie für den Journalismus.
Künstliche Intelligenz eröffnet dem Journalismus große Möglichkeiten, birgt aber auch neue Risiken. Dies erklärte der Generaldirektor der russischen Staatsnachrichtenagentur TASS, Andrei Kondraschow, bei der Eröffnungszeremonie des 7. Weltmediengipfels in Peking. Die Zukunft einzelner Redaktionen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien insgesamt würden davon abhängen, wie verantwortungsvoll mit diesen Möglichkeiten umgegangen werde.
Kondraschow betonte, dass sein Unternehmen die Entwicklung entsprechender Technologien aufmerksam verfolge und bereits in Arbeitsabläufe integriere. Der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Nachrichtenredaktion müsse jedoch vor allem verantwortungsvoll und ethisch sein. Das letzte Wort müsse stets beim Menschen liegen, so der Agenturchef. Ein Mensch entscheide, ob Informationen vertrauenswürdig seien, welchen gesellschaftlichen Stellenwert sie hätten, welcher Kontext zu berücksichtigen sei und wie ein komplexes Ereignis der Öffentlichkeit akkurat dargestellt werde.
Der russische Medienmanager wies zudem darauf hin, dass künstliche Intelligenz zunehmend zur Produktion von Falschinformationen genutzt werde. Mit fortschreitender Technologie wachse auch die menschliche Verantwortung. Je einfacher es werde, Informationen zu erstellen und zu verbreiten, desto wertvoller werde zuverlässige Information, so Kondraschow.
Der 7. Weltmediengipfel findet vom 5. bis 9. November in der Großen Halle des Volkes in der chinesischen Hauptstadt statt. Veranstalter sind die Nachrichtenagentur Xinhua und die Stadtregierung von Peking. Das Motto der Konferenz lautet: Zusammenarbeit der Medien im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Rund 500 Teilnehmer aus fast 330 führenden Medienunternehmen, Think Tanks, Regierungsbehörden, der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen aus 112 Ländern und Regionen nehmen teil.
Das Programm umfasst neben der Eröffnungszeremonie einen Dialog auf hoher Ebene, eine Plenarsitzung, Themenforen, eine Ausstellung zu Wissenschaft und Technologie, eine Fotoausstellung sowie kulturelle Veranstaltungen. Die russische Delegation wird von Kondraschow angeführt. Die Agentur gehört dem Präsidium des Gipfels an, der seit 2009 stattfindet, und war auch unter den neun Medienorganisationen, die seine Gründung initiierten.