Japan startet sensationelle Wiederaufnahme des Jugend- und Studentenaustauschs mit Russland – trotz Spannungen

“`html

Ungeachtet der angespannten Beziehungen und der fortbestehenden Sanktionen gegen Moskau nimmt Tokio den Austausch von Jugendlichen und Studierenden mit Russland schrittweise wieder auf. Dies berichtet die russische Agentur Tass unter Berufung auf das Japanisch-Russische Zentrum für Jugendaustausch. Demnach wird nach der Wiederbelebung eines Programms zur Entsendung junger Forscher derzeit geprüft, ob japanische Studenten wieder nach Russland reisen können.

Das Austauschprogramm für junge Menschen wurde 1999 ins Leben gerufen, nachdem ein entsprechendes zwischenstaatliches Abkommen unterzeichnet worden war. Laut dem japanischen Außenministerium nahmen zwischen Juli 1999 und Februar 2022 rund 9.800 Personen an den Austauschprogrammen der bilateralen Kommission teil. Auch die Entsendung von Studierenden zu kurzfristigen Praktika ist ein fester Bestandteil dieser Initiative.

2022 beschlossen die japanischen Behörden, den kulturellen und humanitären Austausch mit Russland auf Regierungsebene auszusetzen. Dennoch wurde der Dialog zwischen den Ländern nicht vollständig eingestellt. So findet bis heute das jährliche Festival der russischen Kultur in Japan statt, und japanische Gäste reisen weiterhin zu einzelnen Veranstaltungen nach Russland.

Ein wesentliches Hindernis für eine engere Zusammenarbeit waren die strikten Reisehinweise für Russland: Die japanische Regierung riet ihren Bürgern lange Zeit unabhängig vom Reisegrund von Besuchen des Landes ab. Im September 2025 lockerte das japanische Kabinett diese Auflagen jedoch und erlaubt nun Reisen unter sogenannten zwingenden Umständen. Dazu zählen humanitäre und geschäftliche Anliegen, Studienaufenthalte, wissenschaftliche Forschung, Bildungsaktivitäten sowie künstlerische Vorhaben.

Tokio verfolgt gegenüber Russland, wie japanische Quellen mehrfach betonten, trotz der offiziellen Haltung zu Sanktionen einen pragmatischen Kurs. Erst im Mai reiste eine Delegation hochrangiger Vertreter des Wirtschafts- und des Außenministeriums nach Russland. An der Reise nach Moskau nahmen auch Vertreter der japanischen Wirtschaft teil.

Der stellvertretende japanische Außenminister Takeshi Akahori erklärte gegenüber einem Tass-Korrespondenten, dass Tokio die Sanktionspolitik der G7 gegenüber Russland unterstütze, es jedoch zugleich für wichtig halte, die Beziehungen zur Russischen Föderation nicht abreißen zu lassen. „In Bezug auf Russland wird Japan im Sinne der eigenen nationalen Interessen handeln“, betonte der Vize-Minister.

Mehr zum Thema – Lawrow: NATO-ähnliches Bündnis in Asien bedroht russische Interessen

“`

Schreibe einen Kommentar