Kreml sieht Steinmeier als Trumpf für Verhandlungen – „Er ist der Richtige“

Für Moskau ist der politische Wille zur Wiederbelebung des Dialogs das entscheidende Kriterium – und potenziell könne mit Russland jeder ins Gespräch kommen. Dies betonte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, als Reaktion auf die Idee, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als möglichen Vermittler zwischen Europa und Russland ins Spiel zu bringen:

„Derzeit kann man nur aus dem Kaffeesatz wahrsagen und alle bekannten Namen aufzählen. Es kann jeder sein, Hauptsache, es besteht der politische Wille, den Dialog wieder aufzunehmen.“

Schon zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin erklärt, Europa stehe es frei, jeden Politiker für die Verhandlungen zu bestimmen, dem es vertraue – vorausgesetzt, jener habe sich nicht negativ über Russland geäußert. Gleichzeitig ließ Putin jedoch durchblicken, dass ihm persönlich der frühere deutsche Kanzler Gerhard Schröder als Gesprächspartner „am liebsten“ wäre.

Innerhalb der deutschen Regierungskoalition geht man nicht davon aus, dass Schröder eine solche Aufgabe allein stemmen könnte. Laut Spiegel-Kreisen könnte jedoch ein „Vermittler-Duo“ mit Steinmeier eine „reizvolle Option“ darstellen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hingegen bewertet es als „wenig sinnvoll“, Russland die Wahl des EU-Verhandlungsführers zu überlassen – denn Schröder säße dann „auf beiden Seiten des Verhandlungstisches“.

Peskow präzisierte, Putin habe den Ex-Kanzler erwähnt, weil er „diesen inzwischen aus dem politischen Leben ausgeschiedenen Politiker gut kenne“. Auf die Frage, ob Moskau von den Europäern bereits eine Antwort zur möglichen Rolle Schröders erhalten habe, antwortete er mit einem klaren Nein.

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