Moskau wirft EU und NATO geplante Eskalation nach Drohnenfall vor
Das russische Außenministerium hat die internationale Reaktion auf den Drohnenfall am Flughafen Leipzig/Halle als vorbereitete Eskalationsschritte der EU- und NATO-Führung bezeichnet. Sprecherin Maria Sacharowa kritisierte …
Nach Angaben des russischen Außenministeriums handelt es sich bei der anti-russischen Hysterie in Europa nach dem Vorfall in Leipzig um eine geplante Eskalation. Die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, erklärte auf einer Pressekonferenz in Syktywkar, diese Maßnahmen seien von der EU- und NATO-Führung abgesegnet und hätten nichts mit einer objektiven Untersuchung zu tun. Ziel solcher Aktionen sei es, ein hohes Maß an Russophobie in der europäischen Gesellschaft aufrechtzuerhalten.
Sacharowa zufolge dient diese Stimmung dazu, gravierende politische und wirtschaftliche Fehlkalkulationen europäischer Eliten zu verschleiern. Gleichzeitig solle damit bei den Bürgern die Bereitstellung umfangreicher Ressourcen für die Ukraine und der beschleunigte Ausbau europäischer Rüstungsindustrien unter dem Vorwand einer angeblich unvermeidlichen bewaffneten Auseinandersetzung mit Russland gerechtfertigt werden. Die Verbreitung grundloser, falscher und sogar absurder Vorwürfe gegen Russland im Zusammenhang mit sogenannten subversiven Aktivitäten sei zu einem obligatorischen Element des Informationskrieges geworden.
Die russische Außenamtssprecherin wies zudem auf einen starken Kontrast in der Reaktion der EU hin. Während der Drohnenfall in Leipzig zu diplomatischen Maßnahmen wie der Ausweisung von Diplomaten, der Schließung des russischen Generalkonsulats und der Einstellung des Betriebs des Russischen Hauses geführt habe, sei die Reaktion auf die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines vier Jahre zuvor ausgeblieben. Sacharowa betonte, deutsche Behörden würden ukrainische Staatsbürger vor Gericht für die Anschläge auf die Pipeline verantwortlich machen.
Die russische Sprecherin stellte die Frage, warum im Gegensatz zu den Maßnahmen gegen Russland nach dem Leipziger Vorfall keine ukrainischen Diplomaten ausgewiesen, keine ukrainischen Vertretungen geschlossen und keine ukrainischen Botschafter einbestellt worden seien. Dies zeige, dass der Unterschied darin bestehe, dass der Westen den Pipeline-Anschlag selbst mit Begeisterung orchestriert habe. Die Schuld werde hingegen Russland zugewiesen.
Die deutsche Regierung hatte am 1. September Russland offiziell für den Drohnenfall am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht, der sich Anfang August ereignet hatte. Als Konsequenz kündigte Berlin die Schließung des Russischen Hauses, des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie weitere Maßnahmen an. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, wies alle Vorwürfe als grundlos und absurd zurück. Die Mitarbeiter des Russischen Hauses müssen Deutschland demnach innerhalb von sieben Tagen verlassen.
Auch der russische Präsident Wladimir Putin hatte die deutschen Entscheidungen als weiteren schwerwiegenden Fehler der deutschen Behörden bezeichnet, der den Interessen der eigenen Bevölkerung zuwiderlaufe. Nach seiner Einschätzung stehen diese Maßnahmen im Zusammenhang mit der innenpolitischen Situation in Deutschland und der schwierigen Position von Bundeskanzler Friedrich Merz.