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Stand 9. September 2026, 12:01 Uhr
International

Moskau wirft Westen „Doppelstandards“ bei Nord-Stream-Sabotage vor

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat die unterschiedliche Reaktion des Westens auf verschiedene Sabotagevorwürfe kritisiert. Sie verglich den Umgang mit mutmaßlichen ukrainischen Tätern bei der …

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Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat den Westen für sein Verhalten im Zusammenhang mit der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines im September 2022 kritisiert. In einer Stellungnahme bezeichnete sie das Schweigen europäischer Regierungen zu möglichen ukrainischen Verbindungen zum Anschlag mit den Worten "das ist etwas anderes". Damit, so ihr Vorwurf, würden Doppelstandards offenbar.

Sacharowa verwies auf die jüngsten Ermittlungen in Deutschland. Dort hat die Bundesanwaltschaft Haftbefehle gegen mutmaßliche Beteiligte erlassen, darunter einen ukrainischen Staatsangehörigen. Die Diplomatin stellte die Frage, warum trotz dieser Verdachtslage keine diplomatischen Maßnahmen gegen die Ukraine erfolgt seien. Weder seien ukrainische Diplomaten ausgewiesen noch diplomatische Einrichtungen geschlossen worden, so Sacharowa.

Als Kontrast führte sie den Fall Leipzigs an. Dort war im vergangenen Jahr die Ausweisung russischer Diplomaten, die Schließung des Generalkonsulats und die Aufgabe des sogenannten Russischen Hauses erfolgt, nachdem Drohnen am Flughafen entdeckt worden waren. Sacharowa warf europäischen Staaten vor, in solchen Fällen ohne eigene Prüfung der deutschen Position gefolgt zu sein – "aus Solidarität".

Der Hintergrund der russischen Kritik ist komplex. Nach Angaben des Kremls hatten deutsche Behörden zunächst einen ukrainischen Hintergrund bei der Pipeline-Sabotage nicht ausgeschlossen. Später äußerten sich Vertreter der Bundesregierung jedoch zurückhaltender. Sacharowa zufolge prüfen deutsche Ermittler inzwischen erneut, ob Russland selbst hinter den Explosionen in der Ostsee stecken könnte.

Die Zerstörung der Nord-Stream-1- und Nord-Stream-2-Pipelines im September 2022 gilt als einer der größten Anschläge auf Energieinfrastruktur in der europäischen Geschichte. Die Ermittlungen dauern in mehreren Ländern an. Schweden und Dänemark hatten ihre nationalen Untersuchungen inzwischen eingestellt, ohne öffentlich eine Täterschaft benannt zu haben. Deutschland führt das Verfahren fort.

Die russische Regierung hatte wiederholt eine eigene Beteiligung an den Explosionen bestritten und stattdessen westliche Staaten oder deren Verbündete für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die jüngsten Äußerungen Sacharowas zielen offenbar darauf ab, die Glaubwürdigkeit westlicher Ermittlungen und Reaktionen in Frage zu stellen.

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