Saudi-Arabische Luftangriffe auf mehrere jemenitische Provinzen
Die saudische Luftwaffe hat nach Angaben der Huthi-Rebellen Dutzende Angriffe auf vier Provinzen im Westen Jemens geflogen. Die Attacken erfolgten einen Tag nach Berichten über Huthi-Beschuss auf saudische Städte.
Die Huthi-Rebellen berichteten von 32 Luftangriffen auf die Provinzen Al-Dschauf, Marib, Al-Hudaida und Tais. Über mögliche Schäden oder Opfer machten die Rebellen zunächst keine Angaben. Die Angriffe richteten sich demnach gegen Ziele in vier der insgesamt 21 jemenitischen Gouvernements, die sich überwiegend im Westen des Landes befinden.
Die Militäroperation erfolgte am Tag nach einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur über Huthi-Angriffe auf saudisches Territorium. Demnach waren bei Beschuss der Städte Abha, Chamis Muchait, Dschasan und Nadschran 73 Menschen verletzt worden, darunter Frauen und Kinder. Als Ziele seien zivile und wirtschaftliche Einrichtungen genannt worden.
Der Jemen-Konflikt dauert seit mehr als einem Jahrzehnt an. Die Huthi-Bewegung, die den Norden des Landes kontrolliert, kämpft gegen die international anerkannte Regierung, die von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterstützt wird. Die Rebellen führen regelmäßig Angriffe auf saudische und emiratische Ziele durch, darunter auch mit Drohnen und Raketen.
Die Gewalt im Jemen hat nach Schätzungen der Vereinten Nationen zu einer der schwersten humanitären Krisen der Welt geführt. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, während gleichzeitig die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört ist. Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den Konfliktparteien haben in den vergangenen Jahren wiederholt keine nachhaltige Lösung erbracht.
Die jüngsten gegenseitigen Angriffe deuten auf eine erneute Eskalation der Kampfhandlungen hin. Beide Seiten werfen einander regelmäßig vor, gezielt zivile Ziele anzugreifen. Eine unabhängige Überprüfung der jeweiligen Schadensmeldungen ist aufgrund der eingeschränkten Zugänglichkeit der Kampfgebiete für Journalisten und internationale Beobachter nur schwer möglich.