Zum Inhalt springen
mainstream.news Unabhängige Nachrichten statt finanzierte Interessen.
Stand 9. September 2026, 12:03 Uhr
International

Indiens Rüstungsexporte steigen um 63 Prozent auf Rekordhoch

Indien hat im Geschäftsjahr 2025/26 ein neues Rekordvolumen bei der Rüstungsproduktion und beim Export von Militärtechnik erreicht. Das Land positioniert sich zunehmend als ernstzunehmender Anbieter auf dem globalen Waffenmarkt – …

Lesezeit 2 Minuten

Die indische Rüstungsproduktion erreichte im vergangenen Geschäftsjahr ein Volumen von rund 18,6 Milliarden Dollar. Die Exporte legten um 63 Prozent zu und beliefen sich auf 4,6 Milliarden Dollar. Dies geht aus Angaben des Verteidigungsministeriums in Neu-Delhi hervor. Das Exportwachstum wird auf die Ausweitung des Angebots von einfacher Schutzausrüstung und Munition hin zu hochtechnologischen Systemen wie Marschflugkörpern, Radargeräten und Drohnen zurückgeführt.

Zu den wichtigsten Exportgütern gehören der überschallschnelle Marschflugkörper BrahMos, das Luftverteidigungssystem Akash, Mehrfachraketenwerfer vom Typ Pinaka sowie verschiedene Radarsysteme und Patrouillenboote. Der BrahMos, der gemeinsam von Indien und Russland entwickelt wurde, erregt dabei besondere Aufmerksamkeit auf dem internationalen Markt. Die Philippinen waren der erste Abnehmer; Indonesien und Vietnam befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen. Über ein Dutzend weiterer Staaten, darunter Malaysia, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Ägypten, Chile und Südafrika, haben dem System gegenüber formelles Interesse bekundet oder Evaluierungen durchgeführt.

Neben kompletten Waffensystemen baut Indien seine Position als Zulieferer für die globale Luft- und Raumfahrtindustrie aus. Der jährliche Export von Flugzeugkomponenten liegt bei rund zwei Milliarden Dollar. US-Konzernen wie Boeing werden dabei mehr als 1,25 Milliarden Dollar jährlich in Bauteilen aus indischer Produktion geliefert. Hersteller in Indien produzieren unter anderem Tragflächen für die F-16, komplette Rumpfstrukturen für den Kampfhubschrauber AH-64 Apache sowie Bauteile für die Boeing 737 und die 787-9 Dreamliner. Das Marktvolumen für Luft- und Raumfahrtkomponenten soll sich nach Prognaben bis zum Geschäftsjahr 2029 von 1,5 auf vier Milliarden Dollar erhöhen.

Eine wachsende Rolle spielt dabei der private Sektor. Private Unternehmen und Start-ups trugen im vergangenen Jahr knapp die Hälfte des gesamten Exportwerts bei, vor allem durch Komponenten, Teilsysteme und Drohnen. Insgesamt entfielen 24 Prozent der gesamten Rüstungsproduktion auf private Hersteller. Zu den bedeutenden Akteuren zählen Tata Advanced Systems, Larsen & Toubro, Mahindra Defence Systems und Bharat Forge. Kürzlich kündigte Reliance Industries eine Partnerschaft mit dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce zur Produktion von Flugtriebwerken in Indien an.

Indien setzt zudem auf die Vermarktung von Upgrade-Paketen für bestehende Waffensysteme. Das Land ist der weltweit größte Betreiber des russischen Kampfpanzers T-90 mit schätzungsweise 2.100 Fahrzeugen und bietet nun ein Modernisierungspaket für internationale T-90-Nutzer an. Das Paket umfasst verbesserte Wärmebildzielerfassung, digitale Feuerleitsysteme sowie Schutz- und Mobilitätsupgrades. Angesichts der Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg werden derartige kostengünstige Modernisierungsoptionen zunehmend nachgefragt, da sie den vollständigen Ersatz von Flotten vermeiden.

Trotz des Wachstums bleibt die Abhängigkeit von fremden Technologien eine zentrale Herausforderung. Viele in Indien gefertigte Systeme basieren weiterhin auf Lizenzen ausländischer Hersteller, wobei Design und oft auch Rohmaterialien vom ausländischen Partner stammen. Selbst beim BrahMos-System stammt das ursprüngliche Design aus Russland. Um zu einem eigenständigen Rüstungsexporteur zu werden, müsse Indien nach Einschätzung von Fachleuten deutlich mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Derzeit gibt das Land nur 0,6 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Forschung aus – deutlich weniger als China mit 2,7 Prozent oder die USA mit 3,6 Prozent.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

Mehr aus International

Ressort öffnen →